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Heinrich Böll Stiftung

Rudi - Dutschke – Konferenz am 21./22. Januar 2000:

Aufruf zu Kommentaren und Stellungnahmen

Im Dezember 1999 jährt sich zum 20. Mal der Todestag Rudi Dutschkes.

Aus diesem Anlaß veranstaltet die Heinrich Böll-Stiftung

eine "Rudi Dutschke Konferenz" am 21./ 22. Januar 2000 in Berlin.

Sie soll vor allem zwei Aufgaben haben:

  1. eine Würdigung der Person und ihrer politischen Rolle
  2. eine kritische Diskussion zur politischen Wirkungsgeschichte Rudi Dutschkes und der "68er-Bewegung" mit einem speziellen Blick auf die Gründungsphase der Grünen.

Zum einen bemühen wir uns um die Teilnahme von Weggefährten und Zeitzeugen aus der damaligen "ausserparlamentarischen Opposition". Zum anderen sind wir insbesondere interessiert an einem Dialog der politischen Generationen: Wie sehen jüngere Leute die Wirkungsgeschichte Rudi Dutschkes und der "ausserparlamentarischen Opposition" von 1968 und in den 70er Jahren bis zur Gründung einer Grünen Partei in der Bundesrepublik 1979/80, an der er zuletzt in der Vorbereitung zum Gründungsparteitag der Grünen beteiligt war? Wie stellt sich dieser politische Aufbruch aus der zeitlichen Distanz einer neuen Generation dar? Was wirkt weiter, und was hat sich als politische oder persönliche Sackgasse entpuppt?

Was bedeutet die politische Chiffre "68" aus einem ostdeutschen Blickwinkel?

Wir laden WissenschaftlerInnen, PublizistInnen, politisch Engagierte aus der jüngeren Generation ein, uns Beiträge (Thesen, Artikel, Aufsätze) zu diesen Fragen zu schicken.

Wir werden sie für die Tagung dokumentieren und die AutorInnen der aus unserer Sicht interessantesten Beiträge einladen, sie auf der Konferenz zu präsentieren.

Einsendeschluss (per E-Mail oder Diskette im Word-Format) ist der 15.12. 1999.

Spezielle Fragestellungen könnten sein:

  • Welche Bilanz der "68er-Bewegung" ziehen Sie aus heutiger Sicht?
  • Was hat sich als Illusion, Irrtum oder Fehlentwicklung entpuppt?
  • Ist in der heutigen politischen Praxis das "antiautoritäre" Element des politischen Aufbruchs von damals relevant, oder ist es durch die Liberalisierung der Gesellschaft absorbiert worden?
    Wie ist der Generationenkonflikt von heute zu beschreiben, woran macht er sich heute fest?
  • Was heisst "internationale Solidarität" heute in den unterschiedlichen west- und ostdeutschen Prägungen?
  • Gibt es noch einen Bedarf an universalistischen Theorien, Erklärungs- mustern, Leitbegriffen für die Bestimmung zentraler gesellschaftlicher Konflikte, die politischem Handeln zugrundeliegen?
    Haben "alte" Kategorien wie die der Klassenanalyse noch Relevanz für neue politische Themen und Bewegungen wie Ökologie, Feminismus oder die Konzeption der Bürgergesellschaft?
  • Gibt es heute angesichts wachsender Einkommensunterschiede und Arbeitslosigkeit eine soziale Frage für grüne Politik?
  • Die westdeutsche "neue Frauenbewegung" hat starke Impulse durch den Konflikt mit der in der APO verbreiteten Macho-Kultur erfahren: Aus dem Befreiungsversprechen der ´68er entwickelte sich eine neue Wahrnehmung der geschlechtsspezifischen Unterdrückung. Welche Rolle spielen Geschlechterkonflikt und Geschlechterverhältnis für heutiges politisches Engagement?
  • Wie entsteht eine Protestbewegung? Wäre das auch heute möglich und wenn ja, wie?
  • Wie hat sich das Politikverständnis junger Leute (Formen und Inhalte politischen Engagements) gegenüber ´68 durch neue soziale Themen und Bewegungen verändert?
  • Wie verschränken sich heute das Private und das Politische, Hedonismus und "objektive Zwänge"? In welchem Verhältnis stehen Selbstveränderung/ Selbstverwirklichung und Gesellschaftsveränderung aus Ihrer Sicht?
  • Hat sich die ökologische Frage verändert? Wenn ja, wie und warum?
    Handeln die Grünen heute nach ihrem ursprünglichen gesellschaftskritischen und ökologischen Mandat?
  • Was sind für Sie die zentralen politischen Herausforderungen von heute? Sehen Sie ein Verhältnis zu Motiven und Zielen der 68er Generation; gibt es (noch) einen Bezug?

Einsendungen bitte an:

Heinrich Böll-Stiftung
z.H. Marianne Zepp/ Anne Ulrich
Hackesche Höfe
Rosenthaler Strasse 40/41
D - 10178 Berlin

e-mail: ulrich@boell.de oder zepp@boell.de