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 Taz-Interview mit Laurenz Meyer, Generalsekretär der CDU:

68iger, jetzt wirbt auch die CDU um Euch!

Sucht die Partei Zusammenhalt über Aggressivität nach außen und einen Kulturkampf um die Vergangenheit?

Das ist falsch. Die CDU stellt sich nicht gegen die 68er. Wir haben nichts gegen Menschen, die friedlich für bestimmte Ziele demonstriert haben und heute in wichtigen Positionen sitzen. Es geht uns um die Leute, die in den Siebzigerjahren Gewalt als Mittel der Politik eingesetzt haben. Deren Beispiel ist auch heute noch verheerend für die Auseinandersetzung mit Skinheads, denen wir beibringen wollen, dass Gewalt in der Politik nichts zu suchen hat.

Erst eine CDU, die selbstgerecht und unhistorisch über eine ganze Generation herzieht, und jetzt reichen Sie den 68ern die Hand zum Friedensschluss?

Wie immer man das ausdrücken mag - ich sehe die 68er nicht als das Problem. Ich habe eine andere politische Meinung als viele von ihnen, aber das ist auch schon alles. Darüber hinaus gibt es Gemeinsamkeiten, die alle Demokraten einschließen.

Herzlicher fällt das Willkommen des CDU-Generalsekretärs für das Wählerpotenzial der 68er nicht aus?

Die 68er sind in der CDU willkommen. Die Strategie von Fischer und Trittin ist aber doch, die Grenze zwischen friedlichem und gewalttätigem Protest zu verwischen. Die Grünen versuchen, die 68er als eine Art Schutzschild vor sich herzutragen, damit nicht über diejenigen diskutiert wird, die in den Siebzigerjahren mit Gewalt gegen die Demokratie vorgegangen sind.

Die Grünen sind in Teilen ihrer Politik näher an uns dran als die SPD, haben Sie vor ein paar Wochen gesagt. Sehen Sie das immer noch so?

Ja. Dabei geht es mir nicht um kurzatmige Koalitionsdiskussionen.

 

Das vollständige Interview in taz vom 14.2.2001