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Otto Schily
Vom RAF-Anwalt zum Innenminister

Autor: Stefan Reinecke
erschienen September 2003 | 399 Seiten, Mit zahlreichen Fotos.
Hoffmann u Campe Vlg GmbH

Stefan Reinecke, geboren 1959, studierte Germanistik und Politik und ist seit fünfzehn Jahren als Redakteur und Publizist in Berlin tätig, unter anderem als Redakteur beim "Tagesspiegel" und bei der "taz". Mehrere Buchveröffentlichungen, zum Beispiel über die Regisseure David Lynch und Jim Jarmusch.

 

An Otto Schily scheiden sich die Geister. Manche sagen, er sei ein Verräter, der seine linksliberalen Überzeugungen für die Macht verkauft habe. Andere loben ihn als vorbildlichen Verfassungspatrioten. Er war Anwalt der Linken - vom Benno-Ohnesorg-Prozess 1967 bis Stammheim, wo er Gudrun Ensslin verteidigte. Jetzt ist er der konservative Flügelmann in Gerhard Schröders Regierung, der law and order über alles stellt. Doch Otto Schily sagt, sein Standpunkt in den siebziger Jahren und sein heutiger unterschieden sich überhaupt nicht. Er habe immer nur an den Rechtsstaat geglaubt. Das ist die Wahrheit - aber nur die halbe.

Er hat in der Tat eine Biografie mit vielen Geraden. Bürgerlich gab er sich bereits, als das in seinen Kreisen als unmodern galt. Schily war stets elitär, auf Form und Distanz bedacht. Er ist ein Einzelgänger, der sich anderen überlegen fühlt. Aber es gibt in diesem Leben auch Zickzacklinien. Früher ließ Otto Schily sich als Demonstrant von Polizisten wegtragen, heute lässt er renitente Demonstranten mit Strafbefehlen verfolgen. Früher redete er von Bürgerrechten und Freiheiten, heute vom Grundrecht auf Sicherheit. Doch von Brüchen will er nichts wissen. Leute, die ihn gut kennen, sagen: Im Grunde hat er immer nur an eines geglaubt: an Otto Schily.

Die Lebensgeschichte eines Mannes der schroffen Gegensätze: herablassend und jähzornig, kultiviert und empfindsam. Eines Mannes, der stets preußisch diszipliniert war, der seine Gefühle vor öffentlichen Blicken abschottete - und vor Gericht und im Parlament geweint hat.

Der Publizist und Redakteur Stefan Reinecke ("Der Tagesspiegel", "taz") hat zahllose Dokumente ausgewertet und Gespräche mit Otto Schily und vielen Menschen geführt, die ihn auf seinem Karriereweg begleiteten. Eine große, kritische Biografie des Innenministers.

ISBN 3-455-09415-5
.hoffmann-und-campe

Vorwort

1996 geht Otto Schily in die "Paris Bar" in der Kantstraße. Er ist Bundestagsabgeordneter der SPD mit ungewisser Zukunft. Denn er hat mit seiner Partei zu kämpfen, vor allem in Bayern, in seinem Wahlkreis München-Land. In der "Paris Bar" setzt er sich zu Michel Gaißmayer, der dafür bekannt ist, dass er viele Leute kennt. Auf der anderen Seite des Restaurants sitzt der Fußballtrainer Otto Rehhagel, den der FC Bayern München entlassen hat. "Der Rehhagel wäre gut für einen gemeinsamen Auftritt in meinem Wahlkreis", sagt Schily, und Gaißmayer meint: "Ich kann ihn ja fragen." Doch Schily nimmt das lieber selbst in die Hand. Er winkt den Ober zu sich, legt seine Visitenkarte auf das Tablett und sagt: "Bringen Sie die zum Rehhagel." Der Kellner tut, was Schily von ihm verlangt hat, und dann passiert - nichts. Rehhagel reagiert nicht. Und Schily ist außer sich. Das ist eine Missachtung des Parlaments, sagt er.

Otto Schily gilt als arrogant - und es gibt eine Reihe von Auftritten, die diesen Ruf solide begründet haben. Doch die obige Anekdote zeigt nicht nur einen Politiker, der selbstverständlich davon ausgeht, dass sich alles um ihn dreht. Vom Ober die Visitenkarte überbringen zu lassen ist eine Geste, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Sie passt eher in eine Novelle von Tschechow als ins Jetzt.

Otto Schily ist im Laufe der Jahre oft mit Figuren aus der Französischen Revolution verglichen worden. Golo Mann hat der RAF-Anwalt und hartnäckige Frager im Flick-Ausschuss an den Tugendterroristen Robespierre erinnert, andere haben etwas freundlicher Danton assoziiert. Kanzler Schröder nennt den Innenminister "mein Fouché", nach Bonapartes intrigantem Polizeiminister. Schily scheint, als RAF-Anwalt und als autoritärer Minister, für Linke und Rechte, Geschichte zu repräsentieren.

Zu seinem Stil gehört die notorische Neigung, zu spät zu kommen. In den siebziger Jahren verteidigt Schily öfters den linken Berliner Verleger Klaus Wagenbach, dem seine Bücher damals politische Prozesse zuhauf einbringen. Der Angeklagte Wagenbach ist zu seinem Prozess erschienen, der Staatsanwalt und der Richter ebenso, nur Anwalt Schily fehlt. Nach einer halben Stunde lässt der entnervte Richter Schilys Kanzlei anrufen: Dort ist zu erfahren, dass der Anwalt auf dem Weg sei. Dann geht die Tür auf, und Schily stürzt mit flatternder Robe und sich nach allen Seiten entschuldigend herein. So etwas passiert oft. Es ist eine mehr oder weniger bewusst eingesetzte Methode, die anderen spüren zu lassen, auf wen es ankommt: auf ihn. Das ist keine klassenkämpferische Missachtung der Justiz, eher die Geste eines Fürsten, der kommt, wann es ihm beliebt.

Otto Schily gehörte damals zur "neuen Linken", die in den Sechzigern entstanden war. Er ist, wie Joschka Fischer, wenn auch mit weniger dramatischen Kurven, vom Kritiker der Republik zu deren Repräsentanten geworden, vom RAF-Anwalt zum Kanther-Nachfolger. Das ist eine Erfolgsgeschichte, sagen seine politischen Freunde von heute. Das ist eine Verratsgeschichte, sagen viele politische Freunde von gestern. Die Frage steht im Zentrum dieser Biografie: Wie viel Kontinuität, wie viel Bruch ist in diesem Leben? Wie ist Otto Schily geworden, was er ist?

Wenn man Fotos aus den siebziger und achtziger Jahren neben das Bild des Ministers legt, sieht man eine Kluft. Im Frühjahr 2001, als Umweltschützer den Castor-Transport blockieren, sagt Minister Schily: "Niemand hat das Recht, einen Transport, der nach Recht und Gesetz durchgeführt wird, zu verhindern oder zu erschweren" und brummt der Organisation Robin Wood Schadensersatzforderungen auf. Wer sich wegtragen lassen will, muss zahlen. So ist das. Es gibt ein Foto aus dem Herbst 1983. Polizisten tragen den grünen Abgeordneten Schily in Bonn weg, der aus Protest gegen die Nachrüstung das Verteidigungsministerium blockierte. Schily lächelt auf dem Bild etwas verkniffen. Aktionen, bei denen man gegen das Gesetz verstößt und sich dreckig macht, waren nie sein Stil. Aber trotzdem hat er dies, aus wohl erwogenen Gründen, einmal getan. Was hätte er 1983 gesagt, wenn ihm der CSU-Innenminister Zimmermann die Rechnung für den Einsatz präsentiert hätte?

Das sind Fragen, von denen Schily nichts wissen will. Ein Teil seiner Vergangenheit stört ihn: Würde er sie sich vergegenwärtigen, könnte er dann noch so eisern auftreten, wie er es tut? Deshalb braucht er die Konstruktion, dass er eigentlich schon immer so war wie jetzt.

Aber das Rätsel, wie Schily wurde, was er ist, kann man nur bedingt mit Fotos lösen. Die scharfen Kontraste zwischen den Bildern des Law-and-order-Ministers und des RAF-Verteidigers suggerieren, dass es eine einfache Antwort gibt: die Geschichte von den vergessenen Idealen, die beim Aufstieg nach oben abhanden gekommen sind. Diese Geschichte gibt es, aber sie ist nur ein Teil der Wahrheit. Für einfache Antworten ist das Leben von Otto Schily zu komplex. Es ist ein Leben mit Zickzacklinien und, in der Mitte, ein paar Achsen. Schily selbst sieht vor allem diese Gerade: Von Stammheim bis zu den Anti-Terror-Gesetzen - immer war er im Einsatz für den Rechtsstaat. Das ist richtig. Aber auch längst nicht die ganze Wahrheit.

Schily geht gern in Kneipen. Auch das gehört zu seiner Biografie. Im "Zwiebelfisch" am Savignyplatz hat er in den Siebzigern oft Schach gespielt, manchmal mit George Tabori. In den Siebzigern ist er auch Stammgast im "Exil" in Berlin-Kreuzberg am Paul-Lincke-Ufer. Im Hinterzimmer spielt er oft Billard, natürlich Carambolage, denn das ist fein und hat Kultur, Pool ist für Amateure. 1978 erzählt Schily den "Exil"-Machern, dass die "Paris Bar" verkauft wird und dass sie sich das mal anschauen sollten. Die "Paris Bar" war in den sechziger Jahren ein etwas schmuddeliges Bistro, dass von Intellektuellen, Studenten und Kunstprofessoren bevölkert wurde und in dem Schily manchmal Skat spielte. Ende der Siebziger dämmert die Bar ihrem Ende entgegen. Schily vermittelt den Kontakt zu den aus der Kunstszene stammenden Besitzern des "Exil", die aus dem Schuppen in den Achtzigern die legendäre "Paris Bar" machen.

Otto Schily mag den öffentlichen Raum, Restaurants und Bars, das Spiel von Sehen und Gesehenwerden. In der Kneipe ist Kontakt ohne Verpflichtung möglich, man kann kommen und gehen, wann man will, man kann auftreten, ohne Verbindlichkeiten einzugehen. Schily scheut Nähe, die Zwangsnähe der Kollektive, die Heimeligkeit des Genossen-Du ohnehin, aber seine Abneigung reicht weiter, bis an die Grenze des Misanthrophischen. Nichts ist ihm fremder als die Achtundsechziger-Parole, dass das Private politisch ist. Vor dreißig Jahren, 1974, erschien im "stern" über ihn ein Porträt. Auch da hat er Privates sorgsam vermieden. Schily hat auch nie die Ambivalenz mancher Politiker gegenüber den Medien gehabt - so wie Gerhard Schröder, der sich in Talkshows mit seiner Frau Hillu in den Neunzigern als Clinton zwei inszenierte und der 1998 seinen Urlaub mit Doris Schröder-Köpf in einen Wahlkampffototermin verwandelte. Schily hat sein Privatleben wie ein Anwaltsgeheimnis behandelt. Denn er ist in Fragen der Etikette altmodisch, und misstrauisch ohnehin, ganz besonders gegenüber Journalisten. Was er gar nicht ausstehen kann, sind Journalisten, die ihn nach seinem Privatleben fragen.

Ich habe Otto Schily dreimal getroffen. Zweimal im Ministerium, einmal abends im "Café Einstein" in Berlin-Schöneberg. Ich habe ihn nicht nach der RAF gefragt, nicht nach Privatem, sondern nach seiner Jugend, seinem Verständnis des Anwaltberufes, der ihn mehr als alles andere geprägt hat. Im Ministerium war der Minister etwas müde und eilig, im "Einstein" wach und gut aufgelegt. Wir haben über Rudolf Steiner und Lenin geredet, über den Schriftsteller Günter Bruno Fuchs, den er gekannt hat, und über Berlin in den frühen sechziger Jahren. Schily kann plaudern und auf eine etwas knorrige Art sympathisch sein.

Am liebsten, sagt er im "Einstein", wäre er Journalist geworden beim "Abend", einem gehobenen Boulevardblatt in Berlin, das Anfang der Achtziger bankrott ging. Der "Abend" kam mittags heraus. Die Redakteure arbeiteten von mittags bis spätabends. "Das wäre ideal für mich gewesen. Spät aufstehen, lange arbeiten. Aber das ist nichts geworden. Als Musiker bin ich nichts geworden, als Schauspieler nicht, als Journalist nicht. So musste ich halt Politiker werden", sagt er mit leicht altväterlicher Ironie. Er erzählt, dass ein Polizist vor seinem Haus steht, denn das ist so vorgeschrieben. Wenn seine Frau Linda mal um ein Uhr nachts nach Hause kommt, dann sagt der Polizist manchmal "Guten Morgen, Frau Schily". Das ist ärgerlich, aber auch daran kann der Innenminister nichts ändern. Der Polizist bleibt. "Da sehen Sie es: Ich bin machtlos", sagt Schily. Er hat diesen leichten Ton, nicht im Ministerium, aber hier. Sehen Sie, scheint dieser aufgeräumte ältere Herr zu sagen, ich bin nicht der Tyrann, der seine Untergebenen knechtet.

Zwischendurch kommt zufällig der Korrespondent der "New York Times" am Tisch vorbei, man plaudert kurz, und Schily scheint das zu gefallen. Zu Auslandskorrespondenten, sagen deutsche Journalisten, ist der Minister freundlich, aufgeschlossen, bei vielen einheimischen hingegen gilt er als hartleibig, nachtragend, kleinlich. Das mag damit zu tun haben, dass Auslandskorrespondenten in Schilys Augen einen Vorteil haben: Sie kommen von weit her, und sie gehen in aller Regel dorthin zurück. Und dass Menschen wieder gehen, hält Otto Schily für eine ihrer erfreulicheren Seiten. Ein Anwaltskollege, der ihn seit fast dreißig Jahren kennt, sagt, dass er seine "Kraft nicht aus sozialem Kontakt, sondern aus Einsamkeit bezieht".

Um Schily ist viel Distanz, schon lange, nicht erst, seit er Minister, nicht erst, seit er Politiker geworden ist. Es ist erstaunlich, dass diese Ferne bei seinem intensivsten, eindrücklichsten öffentlichen Auftritt verschwunden war, wie eine Fassade, die weggerückt wurde. Das war am 13. März 1997 im Bonner Parlament bei der Debatte um die Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung, gegen die der Stahlhelmflügel der Union Sturm lief. Schily verteidigte die Ausstellung, die Kür seiner Rede war eine persönliche Anmerkung. Er sprach von seinem Onkel Fritz Schily, einem Oberst der Luftwaffe, der "aus Verzweiflung über die Verbrechen des Hitler-Regimes den Tod suchte". Er sprach von seinem Bruder Peter, der vergeblich vor den Nazis fliehen wollte und in Russland schwer verwundet wurde. Er sprach von seinem Vater, dem er "unendlich viel verdanke", der ein Gegner der Nazis war, aber erst in den fünfziger Jahren einsah, wie töricht es gewesen wäre, für dieses Deutschland in den Krieg zu ziehen. Und er sprach von Jindrich Chajmovic, dem Vater seiner Frau Linda, der "als jüdischer Partisan in Russland gegen die deutsche Wehrmacht kämpfte. Nun sage ich einen Satz, der in seiner Härte und Klarheit von mir und uns allen angenommen werden muss. Der Einzige von allen vier genannten Personen - der Einzige! -, der für eine gerechte Sache sein Leben eingesetzt hat, was Jindrich Chajmovic. Denn er kämpfte gegen eine Armee, in deren Rücken sich die Gaskammern befanden, in denen seine Eltern und seine gesamte Familie ermordet wurden."

Bei dieser Rede stockte Schily zweimal die Stimme. Es war jene große Rede, die er immer im Bundestag hatte halten wollen. Aber Ehrgeiz und Wahrhaftigkeit schließen sich nicht aus. Es war ein wahrhaftiger Augenblick: der Versuch, die eingeübte Dramaturgie von Vorwurf und Abwehr zu durchbrechen, ohne schwammig zu werden, ohne zu relativieren. Es war eine ungewöhnliche Rede, gerade für jemand wie Schily, der stets so kontrolliert und verschlossen wirkt.

Es gibt drei wichtige Frauen in Schilys Leben. Die Pianistin Lissa Bauer, seine Freundin Anfang der sechziger Jahre, macht den etwas schüchternen Dreißigjährigen mit der Westberliner Boheme bekannt. Christine Hellwag wird seine erste Frau. Auch über sie lernt der damalige FDP-Wähler Otto Schily die Revolte kennen. Es ist eine heftige, komplizierte Beziehung. Es ist die Zeit um 1968, eine wilde Zeit, nicht nur politisch. Die bürgerlichen Konventionen zerbrechen, Selbstbefreiung und Hedonismus stehen auf dem Programm. Die Ehe wird geschieden. Seiner jetzigen Frau Linda Tatjana Chajmovic begegnet Schily 1977. Ihr Vater war, wie schon aus Schilys Rede bekannt, Partisan, ihre Mutter im Konzentrationslager. In den neunziger Jahren hat Linda für Steven Spielbergs Shoa Foundation Interviews mit Überlebenden des Holocaust geführt. In den Achtzigern erwacht Schilys Interesse für Israel. Er fährt zweimal dorthin, er greift die linke Palästina-Solidarität an, deren moralische Abgründe ihm in den Siebzigern nicht so aufgefallen waren.

"Herr Schily, hat Ihre Frau Ihr Verhältnis zu Israel beeinflusst?"

"Mein Frau ist Jüdin", sagt Otto Schily. Die Frage ist zu intim, das Thema beendet. Jemand, der den Minister gut kennt, meint, dass diese Antwort bei Schily ein kristallklares Ja bedeutet.

Ein paar Tage später treffe ich Jenny Schily, seine Tochter aus erster Ehe, geboren 1967. Sie ist Schauspielerin. 1998 sind Otto und Jenny in München zusammen auf der Bühne aufgetreten und haben die dramatisierte Fassung des Briefwechsels von George Bernard Shaw und der Schauspielerin Stella Patrick Campbell vorgetragen. Es sind ironische Liebesbriefe, aber sie sind so "verkopft", hat Jenny der "Süddeutschen" gesagt, dass der Text auch für Vater und Tochter "funktioniert".

Jenny ist bei ihrer Mutter groß geworden. Nach der Schule ist sie nachmittags manchmal in die "Paris Bar" gegangen, wo ihr Vater oft gegessen hat. Mitte der siebziger Jahre ist er mit ihr in seinem Citroën DS in Urlaub gefahren, vier Wochen lang bis in die Türkei. Nur die beiden, allein. Jenny erinnert sich an die Hydraulik des Citroën, der sich scheinbar von alleine auf und nieder bewegte: ein Kindheitsbild. Schily hat sie manchmal von der Kita und der Schule abgeholt, so oft es eben ging. Er hat immer viel gearbeitet und immer wenig Zeit gehabt, sagen seine Bekannten. Das war in den sechziger Jahren so, erst recht in den Siebzigern, 134-mal ist er von 1975 bis 1977 nach Stammheim geflogen. Wenn er dort Ablehnungsanträge begründete, hat er damals oft daran gedacht, dass Jenny "ihren Papa so wenig sieht". In den Siebzigern wurde Jenny manchmal in der Schule auf ihren Vater angesprochen, weil der die RAF-Terroristen verteidigte, das Böse schlechthin. Jenny war sehr stolz auf ihren Vater, der es wagte, etwas Richtiges zu tun, obwohl ihn so viele Leute für einen Genossen der Terroristen hielten.

1984 fahren die beiden in Urlaub nach Sri Lanka, Jenny ist siebzehn, eigentlich nicht das Alter, in dem Mädchen der Sinn danach steht, mit ihrem Vater Urlaub zu machen. Sie kommen dort an, gestresst nach langer Reise, das Hotel ist nicht so, wie es sein soll, unten steht ein Weihnachtsbaum für die europäischen Gäste. Ein absurdes Bild. Aber es wird, trotz der Widrigkeiten, ein schöner Urlaub, sagt Jenny. "Man kann mit Otto lachen, auch wenn einiges schief läuft. Das entspannt viel." Jenny Schily ist loyal zu ihrem Vater. Sie hat freundliche Erinnerungen an ihn und ihre Kindheit. Das ist nicht selbstverständlich eingedenk der komplizierten familiären Lage.

"Haben Sie sich gewünscht, mehr von Ihrem Vater zu haben?"

Jenny überlegt eine Weile und sagt: "Es hatte auch sein Gutes, dass ich bei meiner Mutter groß geworden bin. Mein Vater ist eine starke Persönlichkeit. Das Nichtalltägliche hat auch Positives."

Ein lebenskluger Satz. Ein Satz, in dem Arbeit steckt. Und Abgeklärtheit. Es ist die Abgeklärtheit, die man in der Nähe von Otto Schily braucht.


Dieses Buch fußt, neben den Gesprächen mit Otto Schily und publizierten Texten aus Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, die in der Literaturliste aufgeführt sind, auf Gesprächen mit Roland Appel, Bommi Baumann, Nicolas Becker, Marieluise Becker-Busche, Lukas Beckmann, Werner Birkenmaier, Horst Bubeck, Jürgen Busche, Daniel Cohn-Bendit, Michael S. Cullen, Klaus Eschen, Harun Farocki, Tilman Fichter, Michel Gaißmayer, Hartmut Gaßner, Peter Glotz, Armin Golzem, Kurt Gronewold, Maria Hölscher, Dietmar Hüsemann-Menge, Axel Jeschke, Hubert Kleinert, Udo Knapp, Hans Peter Krüger, Wolfgang Krüger, Günter Langer, Ines Lehmann, Helmut Lippelt, Horst Mahler, Renate Mohr, Urs Müller-Plantenberg, Christa Nickels, Herta Parchent, Rupert von Plottnitz, Ulrich K. Preuß, Thorwald Proll, Bernd Rabehl, Illo von Rauch, Jürgen Reents, Fred Riedl, Ulrich Roloff-Momin, Dieter Rückhaberle, Jenny Schily, Konrad Schily, Peter Sellin, Christian Semler, Jürgen Treulieb, Roland Vogt, Klaus Völker, Klaus Wagenbach und Uwe Wesel. Ohne ihre Kooperationsbereitschaft wäre das Buch nicht möglich gewesen. Danken möchte ich zudem Christoph Becker-Schaum, Andreas Förster, Peter Graf, Volker Heise, Marcel Kolvenbach, Rainer Lingenthal, Siegward Lönnendonker, Gerhard Mauz, Stefan Moes, Jens Petersen, Reinhard Schwarz, Klaus Stern und ganz besonders Barbara Wenner für ihre Hilfsbereitschaft, Tipps und Geduld.

Inhalt


Vorwort 9
1 Idyll und Grauen - Kindheit und Jugend 19
Im Geiste unversehrt 26
Zurück in Bochum - die Nachkriegsjahre 33
Die 56er - Otto Schily und die
skeptische Generation 42
2 Die Stadt der Revolte - Otto Schily in Berlin 51
Der Bürger und die Revolte 60
3 Zwei deutsche Leben - der Kurras-Prozess 77
Freispruch 82
4 Das Pathos der Tat - die Kaufhausbrandstiftung in Frankfurt 87
Gudrun Ensslin - "ein Mensch des Absoluten" 89
Der Prozess 95
5 Ein linker Staranwalt - Schily und der erste Prozess gegen Horst Mahler 103
Die Gründung der RAF 114
Hitlers Kinder? - der Antisemitismus und die Neue Linke 115
6 Die Paranoia erreicht den Gerichtssaal - die Mahler-Prozesse 1971 und 1973 123
7 Zwischen allen Fronten - Otto Schily und die RAF-Anwälte 133
Am Abgrund - die Kassiber-Affäre 135
Die linken Rechtsanwälte - eine kleine Typologie 141
Der Krieg eskaliert 149
Das "Info" 158
Die Propagandaschlacht um die Haftbedingungen 162
8 Schily in Stammheim 166
Der erste Prozesstag 169
Schilys Stil: Ironie, Schlagfertigkeit, Aggressivität 171
Der Eklat 176
Vietnam, die Nazis und die Grenzen der Verteidigung 179
"Anonymer Mord" - die Sprache des Verfolgungswahns 183
Der Kronzeuge Müller 185
Prinzings Sturz 187
Der große Lauschangriff 189
Das Ende der ersten RAF-Generation 191
Schily und die RAF - ein Resümee 194
9 Es grünt - die Rückkehr der Achtundsechziger in die Republik 200
Der Solitär im Chaos-Kollektiv - Schily in Bonn 213
Lernprozesse - die Leiden des Otto S. 226
Lehrer und Schüler - die Debatte um das Gewaltmonopol 231
Vertrautes Terrain - Schily als Außenpolitiker 235
Schilys Stasi-Akte 238
Warum Otto Schily bei den Grünen so oft verloren hat 241
Schily und die "Härte des Staates" - die RAF-Debatte bei den Grünen 245
10 Der Flick-Ausschuss - wie Schily beinahe den Kanzler gestürzt hätte 256
11 Anthroposophie, Wertkonservativismus und Nazizeit 267
12 In Israel 275
13 Genosse auf dem zweiten Bildungsweg - Otto Schily und die SPD 284
Jenseits von links und rechts - Schily und die Nation 289
14 Die bleierne Zeit - der Politstar als Provinzpolitiker 296
Rednerpult und Robe - der Politiker als Anwalt 300
Krise und langsamer Aufstieg - Schilys Karriere nach dem "Asylkompromiss" 1993 307
Schilys Seitenwechsel - die Debatte um den großen Lauschangriff 316
15 Staatstragend - der Minister Otto Schily 326
Das kurze Glück des Anfangs - die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts und das Zuwanderungsgesetz 331
Im Zweifel gegen den Angeklagten - Otto Schily und das Asylgesetz 334
Ein Auftritt - Otto Schily in der Katholischen Akademie 337
16 Macht macht manchmal dumm - das NPD-Verbotsverfahren 340
Exkurs: Horst Mahler - ein Leben als imaginärer Weltbürgerkrieg 350
17 Ein Held der inneren Sicherheit - Schily nach dem 11. September 2001 356
Doppelmoral - Genua 2001 369
Resümee 373
Bibliografie 380
Personenregister 395

Personenregister




A
Adenauer, Konrad 31, 37, 46f., 94, 126, 289, 292
Adorno, Theodor W. 61
Adriano, Alberto 340
Agnoli, Johannes 65, 200, 213
Albertz, Heinrich 78, 249
Albrecht, Susanne 157
Altvater, Elmar 200
Appelt, Roland 231
Arafat, Jassir 121, 359
Arendt, Hannah 224
Arndt, Adolf 46, 321
Ashcroft, John 349, 366f.
Atta, Mohammed 358, 365, 372
Augstein, Josef 105
Augstein, Rudolf 64, 69, 224, 277
Augustinus (Pater) 27
Avnery, Uri 277, 280
Azzola, Axel 182f.


B
Baader, Andreas 55, 87f., 91, 93, 95-97, 101, 113f., 124, 127f., 132, 135, 147, 149, 151f., 154, 156-158, 161-164, 169, 171, 174, 176, 178, 181, 187, 192-194
Bach, Johann Sebastian 223, 368
Bachmann, Josef Erwin 103f.
Bahr, Egon 367
Bahro, Rudolf 200, 236, 239, 377
Barthel, Klaus 311, 324
Barthel, Walter 64, 74
Barzel, Rainer 260
Basso, Lelio 240
Bastian, Gerd 298
Bauer, Fritz 92
Bauer, Lissa 14, 51f., 56, 58
Baum, Gerhard 259
Baumann, Bommi 70f., 73, 89, 198
Beck, Volker 360
Beck-Oberdorf, Marieluise 214-216, 220, 242, 244, 286, 327f.
Becker, Boris 333
Becker, Eberhard 158
Becker, Marieluise (s. Becker-Busche, Marieluise)
Becker, Nicolas 146, 222, 302, 312
Becker-Busche, Marieluise 161, 168, 172, 178
Beckett, Samuel 56
Beckmann, Lucas 239f., 289
Beckstein, Günther 327, 332, 340f.
Begin, Menachem 359
Bender, Traugott 190, 193
Benjamin, Walter 70
Berberich, Monika 127
Berghofer, Wolfgang 302-304
Bernhard, Thomas 299
Berlusconi, Silvio 370f.
Bernstein, Eduard 235
Beuys, Josef 241
Biermann, Wolf 236
Bin Laden, Osama 365f.
Birkenmaier, Werner 173
Birthler, Marianne 240, 328
Bloch, Dora 252
Bloch, Ernst 57f.
Blücher, Franz 37
Bobrowski, Johannes 52
Bock, Thea 300
Bockenförde, Ernst 196
Böll, Heinrich 90, 109, 249
Bölling, Klaus 198
Börner, Holger 243
Bohl, Friedrich 258
Bohrer, Karl-Heinz 65, 79
Born, William 64
Bossi, Rolf 303
Bott, Gerhard 216
Brandt, Peter 74
Brandt, Willy 64, 89f., 151, 179, 200, 253, 259, 262, 289, 291f., 295, 326, 375
Brauchitsch, Eberhard von 258, 260f.
Braun, Otto 19
Braunmühl, Gerold von 252
Brecht, Berthold 322
Brenner, Otto 64
Breuel, Birgit 313
Brückner, Peter 64f., 119, 200
Buback, Siegfried 170, 186, 191, 252
Bubeck, Horst 172, 175f., 187, 190f., 193
Bucerius, Gerd 64
Burgmann, Dieter 206, 227
Busche, Jürgen 36, 171, 173, 183, 189, 210
Bush, George W. 366


C
Campbell, Stella Patrick 15
Camus, Albert 61
Carson, Rachel 208
Cervantes, Miguel de 27
Chajmovic, Jindrich 13f.
Chajmovic, Linda Tatjana 13f., 222
Christie, Julie 60
Chruschtschow, Nikita 51
Cicero, Marcus Tullius 307
Cleaver, Eldrige 69
Clement, Wolfgang 36, 373
Cohn-Bendit, Daniel 101, 155, 164, 201, 234
Croissant, Klaus 137f., 148, 155, 157, 164, 168-170, 177


D
Däubler-Gmelin, Herta 65, 328
Dahs, Hans 142
Dahrendorf, Ralf 110
Danton, Georges 9, 257
Danzeisen, Peter 198
Dayan, Moshe 120f.
Debus, Sigurd 245f., 250
Dehler, Thomas 38, 46f., 61
Delius, f. C. 144
Denninger, Erhard 343
Dickens, Charles 42
Dirks, Walter 38, 44
Ditfurth, Jutta 243, 285, 295
Dregger, Alfred 248f.
Drenkmann, Günther von 169
Duensing, Erich 80
Dutschke, Hosea Che 103
Dutschke, Rudi 53, 62, 68f., 74, 81f., 103f., 110f., 149, 156, 200, 290, 294, 361
Dyck, Elisabeth von 157


E
Ebermann, Thomas 241, 243f., 263, 280, 284f., 289
Eden, Robert Anthony 48
Einsele, Helga 91-93
Einstein, Albert 56, 58
Elias, Norbert 71
Engelhardt, Hans 247f.
Engels, Friedrich 61, 91
Engholm, Björn 314
Ensslin, Christiane 94
Ensslin, Gudrun 49f., 69, 87-102, 113, 127, 135f., 138f., 141, 143, 148f., 151, 155-158, 161-165, 168f., 171f., 174f., 178, 181, 183f., 186f., 190-194, 197, 224, 253, 255, 263, 271, 294, 366
Ensslin, Helmut 94, 161
Ensslin, Ilse 161
Enzensberger, Hans Magnus 32, 65, 260
Enzensberger, Ulrich 216
Eppelmann, Rainer 239
Eppler, Erhard 289-292, 298
Erler, Fritz 94
Eschen, Klaus 73, 86, 96-98, 100, 102, 110, 141, 143f., 157, 287


F
Faerber, Renate 173f.
Falin, Valentin 238
Fantl, Thomas 301
Farocki, Harun 52, 60
Fichte, Johann Gottlieb 39
Fichter, Tilman 90f., 115f., 118f.
Fischer, Fritz 62
Fischer, Joseph (Joschka) 10, 20, 33, 184, 208, 214, 216, 218-221, 223f., 227, 233- 235, 241-243, 247, 260, 276, 279f., 284f., 289-291, 326, 329, 342, 373-375, 377
Flick, Friedrich 218, 260, 262, 265
Förster, Klaus 257
Folkerts, Knut 247
Foth, Eberhard 189, 193
Fouché, Joseph 9
Franck, Walter 52f.
Franco, Francisco 358
Fridrichs, Hans 256
Frings, Klaus 88
Fromm, Heinz 329
Fuchs, Günter Bruno 12
Fücks, Ralf 233


G
Gaddafi, Omar Muammar al- 212f., 367
Gaißmayer, Michel 9, 367
Galinski, Heinz 117
Gansel, Norbert 275
Garski, Dietrich 209
Gaserow, Vera 337
Gaus, Günter 209, 276
Gedmin, Jeffrey 364
Geier, Horst 83
Geißler, Heiner 218, 264, 298, 326
Genscher, Hans-Dietrich 127, 262, 320
Gerhardt, Rudolf 173
Gerkan, Meinhard von 46f.,
Gerl, Peter 115
Gesell, Silvio 270
Geulen, Reiner 222, 312
Geus, Friedrich 128f.
Giuliani, Carlo 370
Glotz, Peter 209, 288
Goebbels, Josef 183f.
Göbel, Wolfgang 191
Goergens, Irene 127
Goethe, Johann Wolfgang von 41
Gollwitzer, Helmut 109, 151, 192, 249
Golzem, Armin 157, 200
Gombrowicz, Rita 58
Gombrowicz, Witold 56-58, 367
Gorbatschow, Michail 266, 300
Gottschalk, Thomas 333
Gottwald, Gaby 278, 280
Grams, Wolfgang 253
Grass, Günter 52, 90
Gray, Collin S. 224
Gronewold, Kurt 66, 110, 112, 137, 149, 155, 159-162, 168f.
Großmann, Hermann 23
Gruhl, Herbert 204, 207
Guardini, Romano 44f., 271


H
Haag, Siegfried 149, 158
Habermas, Jürgen 62, 293, 361
Haetzni, Elyakim 280f.
Haffner, Sebastian 63
Hamm-Brücher, Hildegard 275, 288
Hammerschmidt, Katharina 148, 149, 153f., 198
Hannover, Heinrich 137, 182
Harich, Wolfgang 200
Hassemer, Winfried 363
Hauff, Reinhard 197
Haussmann, Helmut 254
Hausner, Siegfried 157
Haußleiter, August 205f.
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 45, 76
Heinemann, Gustav 46f., 63, 94, 151, 197, 230, 289, 292, 365
Heinitz, Ernst 92f., 95, 97, 160
Heinitz, Maria Pia 92
Heißler, Rolf 358
Heldmann, Hans-Heinz 168, 171, 183, 188, 195
Hellwag, Christine 14, 60f., 68f., 70, 72, 76, 81, 94, 106
Henck, Helmut 171f.
Herold, Horst 151, 358
Herzog, Chaim 279
Herzog, Roman 326f.
Heß, Rudolf 22
Heuss, Theodor 38
Heydrich, Reinhard 274
Hirsch, Burkhard 218, 318, 358
Hirsch, Martin 304
Hitler, Adolf 22, 27, 32, 38, 54, 71, 80, 180, 341f.
Hobbes, Thomas 364
Hochhuth, Rolf 56
Hölderlin, Friedrich 197
Höllerer, Walter 52, 56
Hölscher, Maria 19, 26, 29, 34f., 42
Hoffmann, Sieglinde 248
Hogarth, William 133
Hogefeld, Birgit 253
Honecker, Erich 226, 238f., 302
Horkheimer, Max 61
Hoss, Willy 249
Hüsemann, Dietmar 258
Humboldt, Wilhelm von 338
Humphrey, Hubert 87


I
Ionesco, Eugène 56


J
Jensch, Joachim 347
Jeschke, Axel 173, 301
Johler, Jens 73
Johnson, Uwe 52, 61
Jünschke, Klaus 250
Jung, Franz 60


K
Kanther, Manfred 10, 323, 326, 330, 336f., 361
Karry, Heinz-Herbert 261
Karsunke, Yaak 144
Kelly, Petra 214f., 218-221, 227-230, 232, 237, 239, 242, 260, 289, 298
Kennedy, Johnf. 54, 61, 71, 91, 121
Kerssenbrock, Trutz Graf 306
Kiesinger, Kurt Georg 64, 74, 125
Kissinger, Henry 224
Klar, Christian 248, 253
Klarsfeld, Beate 74, 125
Kleihus, Josef Paul 133
Kleinert, Hubert 221, 242, 244, 279, 284, 286
Klier, Freya 240
Klose, Hans-Ulrich 312, 314
Knapp, Udo 70f., 109, 144
Koch, Roland 332f.
Koenen, Gerd 95
Königs, Tom 61
Körper, Fritz Rudolf 329
Kogon, Eugen 38
Kohl, Helmut 198, 217, 219f., 223, 227, 243, 260-264, 272, 276, 279, 284, 288, 297, 308, 314f., 326, 339
Kollwitz, Käthe 124, 133
Kottwitz, Almut 289
Kracauer, Siegfried 52
Krieger, Verena 288
Krippendorf, Ekkehard 200, 213
Krumm, Karl-Heinz 173
Krüger, Hanspeter 51
Krüger, Wolfgang 76, 85, 129
Kuby, Erich 292
Kühn, Heinz 124
Kühnert, Hanno 173
Künast, Renate 328
Künzel, Manfred 168, 172, 185, 188f.
Kunkel, Karl-Heinz 304
Kunzelmann, Dieter 66, 82, 116, 118, 206
Kurras, Karl-Heinz 78-86, 126


L
Lambsdorff, Otto Graf 256, 259, 261, 319f.
Lang, Fritz 52
Lang, Jörg 148, 158
Langhans, Rainer 74
Langner, Eugen 259
Lafontaine, Oskar 291, 295, 297, 313-315, 324
Leonhardt, Rudolf Walter 101
Lenin, Wladimir I. 12, 156
Lilienthal, Peter 57
Limbach, Jutta 345f.
Linke, Georg 114, 127, 129
Lippelt, Helmut 206, 229, 260, 286
Lon Nol 253
Lummer, Heinrich 211, 337, 339
Luxemburg, Rosa 61
Lüpertz, Markus 133
Lüthje, Uwe 265


M
Madonna 374
Mahler, Horst 64f., 67, 73-76, 82, 84-86, 88, 92, 94-96, 100, 102-110, 113f., 117, 127-132, 140f., 143f., 148, 155, 158, 173, 181, 238, 329, 347f., 350-355, 375
Maier-Witt, Silke 157
Maihofer, Werner 189
Mandel, Ernest 67
Mandela, Nelson 359
Mann, Golo 9, 109, 257
Mao Tse-tung 156, 161, 254
Marcuse, Herbert 60f., 69, 92
Marx, Karl 20, 61, 64, 71, 161, 352
Maschke, Günther 350
Matthäus, Lothar 324
Matthäus-Maier, Ingrid 288, 299
Mauz, Gerhard 83, 96, 112, 145
Mayer, Albrecht 136, 187f.
Mayer, Roland 248
McNamara, Robert 224
Mechtersheimer, Alfred 212, 292
Meinhof, Ulrike 92, 114, 118-120, 124, 136, 139f., 151, 157, 161, 163f., 174-176, 182, 185, 192, 194, 240, 249
Meins, Holger 73, 135, 149f., 152, 155f., 163, 165, 170, 172, 176, 185, 253, 296, 370f.
Meysel, Inge 295
Mohnhaupt, Brigitte 157, 248
Müller, Arndt 158
Müller, Gerhard 186f.
Müller, Kerstin 318
Müller, Peter 334
Müller, Richard 304-307
Müller-Plantenberg, Urs 213f.
Müller-Westernhagen, Marius 333


N
Nagel, Hans-Dieter 129
Nagy, Imre 47
Napoléon I. (Bonaparte) 9
Negt, Oskar 115, 200
Neubauer, Kurt 104
Neuberger, Josef 138
Neufeldt, Hans-Günther 55, 102
Newerla, Armin 158
Nickels, Christa 215, 242, 247-250, 252f., 255
Niemöller, Martin 38
Nixon, Richard 49, 54, 179f.
Nolte, Ernst 196
Novalis 271


O
Ohnesorg, Benno 77-79, 82-86, 89, 120, 195, 200
Ohnesorg, Christa 85


P
Papen, Franz von 19
Parchent, Herta 222, 226
Peck, Winslow 182
Peres, Shimon 277
Peymann, Claus 295
Pinkall, Lothar 64
Piwitt, Hermann P. 52
Plottnitz, Rupert von 155, 168, 177f., 197f.
Pol Pot 254
Pompidou, Georges 316
Ponto, Jürgen 191
Prantl, Heribert 307
Preuß Ulrich K. 129, 146, 166, 231, 362
Prinzing, Theodor 149, 167-173, 176-178, 182f., 186-189, 224
Prokop (Professor) 185
Proll, Astrid 163
Proll, Thorwald 87, 93, 95f., 158
Proust, Marcel 58
Puzo, Mario 319


R
Rabehl, Bernd 72, 81f., 104, 109
Raspé, Gerhard 69
Raspe, Jan-Carl 135, 149, 158, 164, 187, 193f.
Rattay, Klaus 211
Rau, Johannes 314
Rauch, Georg von 70f.
Reagan, Ronald 207, 210, 224f.
Reents, Jürgen 204, 216, 220, 230, 237, 260, 277-280
Regler, Gustav 350
Rehhagel, Otto 9
Rehse, Hans-Joachim 102, 130, 276
Reiche, Anne 73
Reinhard, Wolf-Dieter 137
Reinig, Christa 52
Reiser, Rio 73
Reuter, Ernst 350
Rexin, Manfred 66
Rieder, Hans Peter 166, 193
Riedl, Helmut 168
Ringo Starr 374
Robespierre, Maximilien de 257
Roloff-Momin, Ulrich 134
Rommel, Erwin 120
Roos, Gerd Joachim 86, 145
Roth, Claudia 328, 368
Ruhland, Karl-Heinz 130f., 186
Russell, Bertrand 97f., 109, 174
Rust, Hans-Joachim 108


S
Sagladin, Wadim 238
Saibold, Halo 227
Salomon, Ernst von 38, 49
Sanden, Gerhard 43
Sarstedt, Werner 144
Sartre, Jean-Paul 61, 164
Scajola, Claudio 371
Schalck-Golodkowski, Alexander 304
Schapper, Claus-Henning 329, 344, 346
Scharf, Kurt 151, 249
Scharon, Ariel 281
Scharping, Rudolf 314f., 317, 323, 359
Scheel, Walter 262
Scheerbart, Paul 52
Scheid, Dietrich 112
Schelsky, Helmut 44
Scherf, Henning 320
Schewardnadse, Eduard 238
Schiess, Karl 190
Schiller, Friedrich 91
Schiller, Karl 90
Schilling, Gertrud 212
Schily, Anna 222f., 269, 369
Schily Christine (s. Hellwag, Christine)
Schily, Elisabeth 20-22, 26, 30, 33
Schily, Franz 19-23, 30f., 33-35, 38, 40, 42, 45, 171
Schily, Fritz 13, 35
Schily, Jenny 15f., 61, 73, 269
Schily, Konrad 19, 22, 35, 38, 42, 45, 269, 286
Schily, Linda (s. Chajmovic, Linda Tatjana)
Schily, Maria, (s. Hölscher, Maria)
Schily, Michael 19, 24, 42
Schily, Peter 13, 19, 28f., 42
Schily, Peter Cornelius 19
Schily, Victor 19.61
Schily-Koppers, Julia 20
Schleyer, Hanns-Martin 192
Schlotterer, Jörg 72f., 90
Schmid, Norbert 186
Schmid, Richard 170
Schmidt, Helmut 151f., 183f., 187, 194, 201, 206f., 214, 235, 321, 363, 375
Schmidt, Martin 117
Schmidt, Renate 311, 324
Schmude, Jürgen 329
Schmuz-Baudiß, Elisabeth (s. Schily, Elisabeth)
Schmuz-Baudiß, Theodor 20, 26, 28
Schnappauf, Klaus-Dieter 344, 346
Schneider, Dirk 116, 237, 240
Schneider, Peter 65, 144
Schnell, Robert Wolfgang 52
Scholz, Rupert 318, 333
Schoppe, Waltraud 227, 242, 279, 281
Schreck, Rüdiger 88
Schröder, Gerhard 9, 12, 33, 133, 221, 261, 269, 289, 300, 323f., 326, 328, 335, 341, 349, 359, 366, 374
Schröder, Hillu 12
Schröder-Köpf, Doris 12
Schubert, Franz 274
Schubert, Ingrid 127, 149
Schueler, Hans 173
Schütz, Klaus 104
Schulz, Adelheid 248
Schumacher, Kurt 38
Schuman, Robert 37
Schwarz-Schilling, Christian 339
Schweitzer, Albert 224
Seidel, Hanns 45
Seiters, Rudolf 248
Sell, Friedrich Wilhelm von 52
Semler, Christian 58, 60, 67, 72, 81, 204
Severing, Carl 19
Shaw, George Bernard 15
Sichtermann, Kai 73
Smura, Günter 130
Söhnlein, Horst 87, 93, 95f., 101
Sonnenberg, Günter 246f.
Sonntag-Wollgast, Cornelie 329
Sontag, Susan 366
Spöri, Gerhard 259
Spielberg, Steven 14
Springer, Axel Cäsar 87, 104-106, 108, 110-113, 329
Springmann, Baldur 204
Staeck, Klaus 124, 133
Stahl, Christian 73
Stalin, Josef 254
Staritz, Dietrich
Stauffenberg, Claus Graf Schenk von 351
Steiner, Rudolf 12, 21, 37, 39-41, 208, 267f., 272, 282f., 316
Steinhäuser, Robert 267
Stirner, Max 39
Stoiber, Edmund 198
Stolpe, Manfred 304
Stratmann, Eckhard 230
Strauß, Franz Josef 196, 205f., 243, 251, 261, 299
Strittmater, Erwin 52
Ströbele, Hans-Christian 53, 62, 67, 73, 104, 131, 141, 143f., 147, 149, 158-160, 162, 168f., 173, 202f., 222, 287
Ströbele-Gregor, Juliana 104
Struck, Peter 259
Sturm, Dieter 55
Stücklen, Richard von 218, 260
Süssmuth, Rita 334
Szondi, Peter 52


T
Tabori, George 11
Taut, Bruno 60
Tautfest, Peter 77
Teufel, Fritz 66, 74, 80-82
Thierse, Wolfgang 302
Tilgner, Ulrich 277
Traube, Klaus 189
Trampert, Rainer 285
Treulieb, Jürgen 117, 144, 217
Trittin, Jürgen 285, 326
Trotta, Margarethe von 240
Trotzki, Leo D. 254
Tschechow, Anton 9


U
Ulbricht, Walter 121
Ulrich, Peter 115
Urbach, Peter 105, 109, 113, 115f., 127, 344


V
Vahlberg, Jürgen 288
Verheugen, Günter 288, 299, 314
Vesper, Bernward 89-91, 94f., 118
Vesper, Will 89f.
Violante, Luciano 319
Völker, Klaus 51f., 55f.
Vogel, Hans-Jochen 160, 184, 217f., 288, 314, 319f.
Vogt, Roland 209, 212, 227, 289
Vollmer, Antje 124, 216, 231-234, 241f., 244, 247-255, 288
Volmer, Ludger 285, 289


W
Wagenbach, Klaus 10, 368
Waigel, Theo 251, 313
Weber, Juliane 265
Wecker, Konstantin 295
Wehner, Herbert 189, 350
Weiss, Peter 56, 61, 69
Weiß, Egbert 130
Weizsäcker, Richard von 284
Wemhoff 75
Wesel, Uwe 46, 48, 50, 57, 67, 69, 136f., 139, 141, 146f., 201, 213f., 245
Wetzel, Dietrich 244, 279
Weyrauch, Horst 265
Wiefelspütz, Dieter 329, 370
Wilson, Woodrow 282f.
Winkler, Heinrich August 125
Wörner, Manfred 224
Wunder, Heinrich 170, 199, 326
Wurster, Georg 191


Y
y Gasset, Ortega 44


Z
Zeis, Peter 167f., 174, 177, 189, 199
Zeller, Willy 135
Zimmermann, Ernst 248
Zimmermann, Friedrich 11
Zoebe, Gerhard 95f., 100f.
Zypries, Brigitte 329