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Die USA in Bushs Neuer Weltordnung

- Aktuelle Literatur -

AußenpolitikInnenpolitik / Geschichte 


Außenpolitik

 

Hans-Jürgen Heinrichs: Die gekränkte Supermacht. Amerika auf der Couch. Winkler-Verlag 2003.

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"Die Hegemonial- und Kriegspolitik Amerikas ist ohne die Dämonisierung einzelner Figuren auf der Weltbühne nicht zu denken. Hier versagen rein politische oder ökonomische Erklärungen. Nur eine psychologische Deutung der Motivationen, die angemessene Beachtung persönlicher Feindschaften und Aggressionen, individueller und kollektiver Kränkungen ermöglichen uns ein tieferes Verständnis des gegenwärtigen weltpolitischen Geschehens." (Hans-Jürgen Heinrichs) 
"Wir haben das alles noch nicht richtig psychologisch durchforstet; das kommt noch auf uns zu." (Peter Scholl-Latour)

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Norman Mailer: Heiliger Krieg: Amerikas Kreuzzug. Rowohlt-Verlag 2003.

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Seit dem 11. September erleben die USA eine tiefe Krise. Die Terroranschläge traumatisierten das Land, und viele retteten sich in einen hemmungslosen Patriotismus. Die Bush-Regierung sieht die Chance, diese Stimmung zu nutzen und die USA zu einem weltumspannenden Imperium zu machen - der Feldzug gegen den Irak war vielleicht nur ein Anfang. Amerika befindet sich in einem "Heiligen Krieg", der nicht nur auf dem Schlachtfeld ausgetragen wird. Auch das Denken wird von ihm bestimmt, und die freiheitlichen Traditionen könnten ihm bald zum Opfer fallen. Sie sind, wie nie zuvor, bedroht.
Darum hat Norman Mailer, der "angry old man" der amerikanischen Literatur, seine Stimme erhoben, klagt George W. Bush an, die "Fahnenkonservativen" und die hysterische Kriegsmaschinerie, die in ihrer Gier nach Weltherrschaft alles verschlingt, was sie verschlingen kann. Mit seinem Manifest ergreift Mailer Partei für den wahren Patriotismus. Er ruft dazu auf, die Werte zu verteidigen, für die Amerika seit zwei Jahrhunderten steht: Demokratie, Humanität und Freiheit. In welche Richtung die USA, an dieser Wegkreuzung angelangt, auch gehen werden - ihre Entscheidung bestimmt über die Zukunft unserer Welt.


Zum Autor
Norman Mailer, geboren 1923 in Long Branch, New Jersey, wurde mit seinem Romandebüt
"Die Nackten und die Toten" (1948) weltbekannt und zählt zu den bedeutendsten US-amerikanischen Schriftstellern. In seinen Werken hat er immer wieder Stellung zu politischen Themen bezogen. Für "Heere aus der Nacht" (1968) erhielt er den National Book Award sowie den Pulitzer-Preis, mit dem auch "Gnadenlos. Das Lied vom Henker" (1979) ausgezeichnet wurde. Mailer lebt in Provincetown, Massachusetts, und in Brooklyn, New York.
Verlagsinformation

Informationen:  
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,249290,00.html

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,2046268,00.html
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,2046032,00.html

Joseph S. Nye: Das Paradox der amerikanischen Macht. Warum die einzige Supermacht der Welt Verbündete braucht. Europäische Verlagsanstalt 2003.

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Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist Amerika scheinbar zu stark geworden, um von einer anderen Macht wirksam herausgefordert werden zu können. In Washington brüstet man sich mit Unipolarität und Hegemonie, tatsächlich aber haben die Gewichte sich verschoben: die Supermacht sieht sich nicht nur mit globalen Problemen konfrontiert, sondern auch potentiellen Herausforderern wie China, Russland, Indien und Europa.
So komplex ist die Frage der Machtverteilung und der Interessengegensätze, dass Amerika allein das Gleichgewicht nicht garantieren kann. Die amerikanische Vorherrschaft - so Nye
- wird nicht nur auf militärischer und ökonomischer Stärke beruhen, sondern braucht die "Soft Power" von Kultur und Werten, nämlich Glaubwürdigkeit, moralische Autorität und Achtung gegenüber Geschichte und Tradition - ihrer eigenen und der anderer Völker. Anders ausgedrückt: die Supermacht muss kooperieren, andernfalls wird sie - paradoxerweise - unterliegen.
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Weitere Informationen: http://www.heise.de/tp/deutsch/kolumnen/mar/14717/1.html

Werner Biermann/Arno Klönne: The Big Stick. Imperiale Strategie und globaler Militarismus - die USA als Weltmacht. Papyrossa-Verlagsgesellschaft 2003.

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Auf welche Ressourcen stützt sich die kriegerische Schlagkraft der USA - und wo liegen ihre inneren Schwächen? Werner Biermann/Arno Klönne informieren über die Struktur der US-Streitkräfte, über deren Personal, Einsatzfelder und strategische Konzepte. Sie geben Einblick in Geschichte und Geographie militärischer US-Interventionen, zeichnen die Verflechtung von militärischen und wirtschaftlichen Interessen nach und fragen, welche Resultate die gewaltförmigen Eingriffe der Vereinigten Staaten in die globale Entwicklung zeitigen.
Biermann/Klönne setzen sich auch mit dem weltweiten "Gewaltmarkt" auseinander, den Verbindungen zwischen öffentlichen und privaten militärischen Systemen. The Big Stick legt offen, welche dramatischen Konsequenzen die derzeit herrschende "Enttabuisierung des Militärischen" hat, hegemonial betrieben von der US-amerikanischen Regierungspolitik - und nachvollzogen von deren konkurrierenden Mitspielern.
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Bob Woodward: Bush at War. Amerika im Krieg. Deutsche Verlagsanstalt/Spiegel-Verlag 2003.

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Am 11.09. lenken Terroristen Flugzeuge in das World Trade Center und das Pentagon. Dieser Anschlag trifft die Regierung Bush weitgehend unvorbereitet. Noch am selben Abend tritt der Nationale Sicherheitsrat, ein kleiner Kreis von Regierungs-, CIA- und Militärangehörigen, im Bunker des Weißen Hauses zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Bush sieht das Land im Krieg gegen den Terror, der außergewöhnliche Maßnahmen erfordert.
Wenig später gibt er den Befehl, in Afghanistan gegen Bin Laden, al-Qaida und die Taliban vorzugehen, und auch ein Angriff auf Saddam Hussein wird im Kriegskabinett immer wieder erwogen. Aus den Protokollen des Nationalen Sicherheitsrats, Aufzeichnungen und zahlreichen Gesprächen mit Beteiligten, darunter Präsident Bush, rekonstruiert Bob Woodward die dramatischen Ereignisse seit dem 11. September. Dabei zeichnet der Star-Reporter ein ungewöhnlich intimes Bild der prominenten Berater und Mitarbeiter des Präsidenten und zeigt, wie die Mächtigen in Washington in der Krise zu Entscheidungen über den Krieg finden.
Bob Woodward, einer der beiden Watergate-Journalisten und Pulitzer-Preisträger, zeichnet ein dramatisches Bild der Krisenstäbe, der Entscheidungen über internationale Allianzen, Waffeneinsätze und Bombardierungen. Die Öffentlichkeit erfährt hier zum ersten Mal von den persönlichen Eitelkeiten, Antipathien und Grabenkämpfen der amerikanischen Entscheidungsträger.
"Wer Woodward gelesen hat, wird glauben, bei Bush und den Seinen dabei gewesen zu sein." (DIE ZEIT)
"Woodward gelang ein Coup: Er konnte die Sitzungsprotokolle des Nationalen Sicherheitsrates an Land ziehen. Aus ihnen ergab sich die einzigartige Perspektive seines Buchs." (DER SPIEGEL)
Klappentext

Project for a new american century: http://www.newamericancentury.org/ 

Robert Kagan: Macht und Ohnmacht. Amerika gegen Europa in der neuen Weltordnung. Siedler-Verlag 2003.

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Europäische Politiker, die von der globalen Strategie der USA zunehmend irritiert sind, glauben, dass die USA und Europa auf einen "Moment der Wahrheit" (New York Times) zusteuern. Nach Jahren wechselseitigen Ressentiments und zunehmender Spannung ist die Erkenntnis unausweichlich, dass die realen Interessen Amerikas und Europas längst nicht mehr identisch sind und dass die Beziehung zwischen den USA und den Staaten Europas, besonders Deutschland, sich verändert hat - vielleicht unwiderruflich. Europa sieht die Vereinigten Staaten als arrogant, kriegerisch, undiplomatisch; die Vereinigten Staaten betrachten Europa als erschöpft, unernst und schwach. Der Ärger und das Misstrauen auf beiden Seiten verhärten sich und führen zu Entfremdung und Unverständnis.
Schon mit seinem Artikel in der Policy Review und nun mit seinem Buch unternimmt Robert Kagan den Versuch, die Standpunkte beider Seiten zu verstehen und darzulegen. Er verfolgt die unterschiedlichen historischen Entwicklungen von Amerika und Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Für Europa stand die Notwendigkeit, der blutigen Vergangenheit zu entkommen und der Gewalt zu entsagen, im Vordergrund, während die USA sich zunehmend als einzige Garantiemacht einer demokratischen Weltordnung sehen.
Diese bemerkenswerte Analyse wird in Washington und Berlin ebenso diskutiert wie in Tokio. Kagans Buch ist politische Pflichtlektüre.
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Weitere Informationen: http://www.heise.de/tp/deutsch/kolumnen/mar/14717/1.html

Michael Hardt/Antonio Negri: Empire. Die neue Weltordnung. Campus-Verlag 2003 (Durchgesehene Studienausgabe).

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Nach einem Vierteljahrhundert politischer Theoriemüdigkeit haben Hardt und Negri mit ihrer brillanten, provokanten und heiß diskutierten Analyse des postmodernen Kapitalismus im Zeitalter der Globalisierung das Denken wieder in Bewegung gebracht. Der Hoffnung auf die politische Gestaltbarkeit einer neuen, gerechteren Weltordnung haben sie damit ein anspruchsvolles theoretisches Fundament gegeben. Die nun erschienene, günstige Studienausgabe des Buches macht Empire auch für den kleineren Geldbeutel interessant.

Rezensionen
"Die Autoren wollen nichts weniger als Marx' Erzählung der Weltgeschichte fortsetzen und auf den neuesten Stand ... bringen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass es auch einen überzeugten Nichtmarxisten ... erfreut, zumal der Versuch handwerklich hervorragend gearbeitet ist." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Empire (ist) eine grandiose Gesellschaftsanalyse ..., die unser Unbehagen bündelt und ihm eine Richtung gibt, für die in der G
eschichte der Philosophie das Wort vom 'guten Leben' steht." (DIE ZEIT)
"Das Jahrzehnt linker Melancholie ist vorüber." (NZZ)
"The next big theory. Empire füllt eine Lücke in den Humanwissenschaften." (New York Times)
"... ein probates Mittel gegen die neoliberale Depression ..." (literaturen)
"Empire bringt die Geschichte der humanistischen Philosophie, des Marxismus und der Moderne in einem großartigen politischen Entwurf zusammen." (The Observer)

Zu den Autoren
Antonio Negri war Professor für Philosophie in Padua und Paris und Abgeordneter im italienischen Parlament. Er ist seit den sechziger Jahren einer der führenden Theoretiker der italienischen Linken und lebt heute in Rom.
Michael Hardt ist Professor für Literaturwissenschaft an der Duke University Durham.
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Leseprobe: http://www.campus.de/leseprobe/37230-4l.htm

Thomas Atzert/Jost Müller (Hrsg.): Kritik der Weltordnung: Globalisierung, Imperialismus, Empire. Mit Beiträgen von Antonio Negri, Giovanni Arrighi, Joachim Hirsch u.a. ID-Verlag 2003.

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Nach dem Erfolg des Buchs "Empire" stellen sich Michael Hardt und Antonio Negri der heftig entbrannten Debatte um die Zukunft des Nationalstaats und einer modernisierten Klassentheorie. In einem Gespräch mit den Herausgebern erläutern sie zentrale Aspekte ihrer Theorie und antworten auf Kritiken, wie sie Joachim Hirsch und Giovanni Arrighi formulieren.
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Robert Kurz: Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung. Horlemann-Verlag, Jan. 2003.

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Der Kampf um die kapitalistische Weltherrschaft ist längst entschieden. Unter dem Dach der Pax Americana hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg ein neues, nach dem Untergang des östlichen Staatskapitalismus vereinheitlichtes Weltsystem entwickelt. Die betriebswirtschaftliche Globalisierung macht den alten nationalimperialen Kampf um territoriale Einflusszonen gegenstandslos. Auf der Ebene staatlicher Gewalt bildet die Militärmaschine der letzten Weltmacht USA den konkurrenzlosen und uneinholbaren Garanten dieser herrschenden planetarischen Ordnung. Aber durch den Quantensprung der dritten industriellen Revolution wird gleichzeitig die Mehrzahl der Menschheit außer Kurs gesetzt; eine Weltregion nach der anderen erweist sich als kapitalistisch reproduktionsunfähig. Wie ein Schatten folgt der Globalisierung des Kapitals ein Prozess sozialer Zerrüttung, moralischer Verwilderung und gesellschaftlicher Paranoia, der in eine substaatliche Terror- und Plünderungsökonomie mündet. Diese anwachsende Systemkrise wird von den westlichen Funktionseliten stur geleugnet. An die Stelle des einstigen Machtkampfs zwischen Nationalstaaten tritt der perspektivlose Weltordnungskrieg des in der NATO vereinigten "ideellen Gesamtimperialismus" gegen seine eigenen Krisengespenster in der Gestalt von Schurkenstaaten, Gotteskriegern und Ethnobanditen. Dieser Krieg wird verloren in demselben Maße, wie die gesellschaftliche Zersetzung auch in den westlichen Zentren selbst fortschreitet und das Gesamtsystem an seinen inneren Widersprüchen erstickt. 
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Weitere Informationen: 
http://www.giga.or.at/others/krisis/r-kurz_krieg-gegen-die-krise_folha97.html
http://www.giga.or.at/others/krisis/r-kurz_schisma-des-westens_folha83.html
http://www.giga.or.at/others/krisis/e-lohoff_bomben-aus-tausend-nacht_j-w-03-1.html 

Mohssen Massarrat: Amerikas Weltordnung. Hegemonie und Kriege um Öl. VSA-Verlag 2003.



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Die Vereinigten Staaten von Amerika sind die reichste und militärisch mit Abstand stärkste Macht in der Welt. Doch dieser Reichtum beruht nicht nur auf der eigenen Leistung, sondern nicht unwesentlich auf der Mobilisierung und Umleitung von menschlichen, natürlichen und finanziellen Ressourcen aus der ganzen Welt, und zwar zulasten gegenwärtiger und künftiger Generationen.
Die politische Elite in den Vereinigten Staaten ist bestrebt, diese ungleiche und ungerechte Rechts- und Machtverteilung aufrechtzuerhalten und Amerikas Weltordnung mit aller Macht und für längere Zeit zu festigen. Zu dieser Weltordnung gehören:
– die neoliberale Globalisierung, um den Handlungsspielraum der eigenen global players (US-Großkonzerne und -Finanzmarktakteure) durch Liberalisierung und Privatisierung zu erweitern,
– die Beherrschung der multinationalen Institutionen und Regime (Weltbank, IWF, WTO), um im Bündnis mit den übrigen OECD-Staaten die Dritte-Welt-Länder zu diskriminieren,
– die Kontrolle über die geostrategisch wichtigen Energieressourcen und Regionen, um sich den Zugang dazu monopolistisch zu sichern und gleichzeitig allen übrigen heutigen und künftigen Rivalen wie Europa, Japan, Russland, China und Indien dieses Privileg vorzuenthalten, und schließlich
– die Instrumentalisierung dieses geostrategischen Monopols als Hebel der Hegemonialpolitik. Kriege ums Öl über das gesamte 20. Jahrhundert, Modernisierung der eigenen Militärmaschinerie und -strategien seit dem Zweiten Weltkrieg und die US-Kriege in den 1990er Jahren bis heute waren und sind für Amerikas neue Weltordnung von grundlegender Bedeutung.
Der angekündigte Krieg gegen den Irak ist nur die erste Etappe auf dem Weg zu dieser höchst gefahrvollen Weltordnung.

Zum Autor
Mohssen Massarrat, geboren im Iran, ist Professor für Politikwissenschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück; zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen internationale Wirtschaftsbeziehungen, Energie, Nachhaltige Entwicklung, Mittlerer und Naher Osten sowie Friedens- und Konfliktforschung; aktiv in der Friedensbewegung.
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Stefan Fuchs (Hrsg.): Die Hypermacht: USA in Nahaufnahme. Mit Beiträgen von Richard Sennett, Gore Vidal, Benjamin R. Barber, Noam Chomsky u.a. Verlag Edition Nautilus 2003.

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"Wenn ich die amerikanische Kultur auf einen Begriff bringen sollte, würde ich sagen, es ist der Begriff der Leere! Die Angst vor der Leere …" (Richard Sennett)
"Von den USA lernen, heißt siegen lernen!" Das glatte Credo aller überzeugten Transatlantiker birgt einen tieferen Sinn. Tatsächlich sind die USA uns Europäern voraus. Jenseits des Atlantiks findet sich eine Art Labor, in dem eine Lebens- und Gesellschaftsform getestet wird, die trotz fortgeschrittener Globalisierung für den alten Kontinent immer noch Zukunft ist. Die USA experimentieren mit einer zukünftigen Kultur universeller Verfügung. Verfügung über sich, über andere. Verfügung über Sprache, über Natur. Der ungezügelte Drang nach Steigerung der Macht über Waren, Geld, Bilder, Körper, über den Tod selbst bildet die Triebfeder der US-Kultur und garantiert zugleich ihre Universalität. Nur wer in diese Tiefenzonen des amerikanischen Selbstverständnisses vordringt, begreift, was die Rede vom "Modell" Amerika wirklich bedeutet und erahnt die Dimensionen der traumatischen Erfahrung des 11. September als "Pearl Harbour der industriellen Zivilisation".
Stefan Fuchs hat markante Fragen gestellt an Richard Sennett, Gore Vidal, Noam Chomsky, Benjamin R. Barber, Joshua Meyrowitz, Thomas Frank, Morris Berman, Dan Clawson, Eduardo Lourenco.
"Die politischen, wirtschaftlichen, geostrategischen und kulturellen Interessen der Vereinigten Staaten erstrecken sich rund um den Erdball und erreichen im Hinblick auf die Totalität der hegemonialen Ansprüche zweifellos eine neue Dimension. Unter diesen Umständen kann es dem Rest der Welt nicht schaden, einen Blick hinter die Kulissen der ,Hypermacht’ zu werfen. Eben den gewährt Stefan Fuchs’ absolut lesenswerte Zusammenstellung von neuen Interviews." (Thorsten Stegemann in Telepolis.de)
"Weil notwendige und gerechtfertigte Kritik an der US-Politik und plumper Anti-Amerikanismus oft dicht beieinanderliegen, kommt die Interviewsammlung 'Die Hypermacht' zur richtigen Zeit." (Martin Büsser, junge Welt)
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Emmanuel Todd: Weltmacht USA. Ein Nachruf. Piper-Verlag 2003.

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Die USA stehen vor massiven Problemen. Die markigen Worte des Präsidenten um die Verbreitung der Demokratie und die Bekämpfung der "Achse des Bösen" täuschen nur noch Stärke vor. Die dramatische Wirklichkeit, so Emmanuel Todd: Die Welt braucht die frühere Supermacht längst nicht mehr in dem Maße, in dem Amerika heute von der restlichen Welt abhängig ist.
Die Zeit der imperialen Herrschaft Amerikas ist vorbei. Die Welt ist zu groß, zu vielgestaltig, zu dynamisch, sie nimmt die Vorherrschaft einer einzigen Macht nicht mehr hin. Und die USA haben nicht mehr das Ziel, die Demokratie zu verbreiten, obwohl Präsident George W. Bush nicht müde wird, ebendies zu behaupten. In Wirklichkeit geht es darum, die politische Kontrolle über die weltweiten Ressourcen zu sichern. Denn die USA sind mittlerweile vom "Rest der Welt" viel abhängiger als umgekehrt.
Amerika versucht seinen Niedergang zu kaschieren durch einen theatralischen militärischen Aktionismus, der sich gegen relativ unbedeutende Staaten richtet. Der Kampf gegen den Terrorismus, gegen den Irak und die "Achse des Bösen" ist nur ein Vorwand. Die wichtigsten strategischen Akteure sind heute Europa und Russland, Japan und China. Amerika hat nicht mehr die Kraft, sie zu kontrollieren, und wird noch den letzten verbliebenen Teil seiner Weltherrschaft verlieren. In Zukunft wird Amerika eine Macht neben anderen sein.
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Eric Laurent: Die Kriege der Familie Bush. Die wahren Hintergründe des Irak-Konflikts. Fischer-Verlag 2003.

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Unser Gedächtnis ist kurz: Der Kampf gegen den Irak begann 1991, geführt von George Bush senior. Nun, über ein Jahrzehnt später, scheint George W. Bush das begonnene Werk seines Vaters zu Ende zu bringen - das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Aber der "Krieg gegen das Böse" übertönt viele wichtige Fragen:
- Warum hat sich die Administration George Bushs ihren Kriegsgegner Irak bis zum Einmarsch in Kuwait durch illegale Aufrüstung planmäßig selbst geschaffen?
- Warum bestehen immer noch Geschäftsbeziehungen zwischen der Familie Bin Laden und George Bush senior?
- Warum unterstützte und finanzierte die Hausbank von Bin Laden und al-Qaida die politische Karriere und die Ölgeschäfte von George W. Bush über zwanzig Jahre?
Was sind also die wahren Gründe für den Kampf gegen "die Achse des Bösen"?
Der renommierte Nahost-Experte Eric Laurent deckt auf, wie der Kampf gegen Saddam Hussein und Bin Laden zwei Generationen von US-Präsidenten als Vorwand diente, ihren privaten Geschäftsinteressen nachzugehen.

Zum Autor
Eric Laurent schreibt für das Figaro Magazine und ist Autor zahlreicher Sachbücher. Als einer der wichtigsten "grand reporters" Frankreichs schaut er mit scharfem Blick hinter die Kulissen der internationalen Politik. Sein Buch "Krieg am Golf. Das Geheimdossier", das er 1991 gemeinsam mit Pierre Salinger veröffentlichte, hat sich in Frankreich über 200.000 mal verkauft und löste heftige Diskussionen aus. "Die Kriege der Familie Bush" ist seit Erscheinen auf der französischen Bestsellerliste.
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Helen Caldicott: Atomgefahr USA. Die nukleare Aufrüstung der Supermacht. Diederichs-Verlag 2003.

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Die USA betreiben das größte und gefährlichste Atomwaffenprogramm der Welt. Statt abzurüsten haben die Vereinigten Staaten seit Ende des Kalten Krieges mit Milliarden-Militärhaushalten weiter aufgerüstet. Ihre Bomben, Raketen und Weltraumlaser verfügen über eine bisher unvorstellbare Zerstörungskraft. Tausende von Nuklearraketen stehen zum sofortigen Einsatz auf Knopfdruck bereit.
Die Gefahr, dass die einzig verbliebene Supermacht sie auch im "Krieg gegen den Terror" anwendet, ist größer denn je. So kündigte US-Präsident Bush an, die USA würden sich als Vergeltung für den eventuellen Einsatz irakischer ABC-Waffen den Einsatz von US-Chemie- und Atomwaffen vorbehalten. Die renommierte US-Atomwaffenexpertin Helen Caldicott belegt: Die US-Regierung steht in ihrer aggressiven Präventivschlag-Politik unter einem enormen Druck von Seiten der Rüstungsindustrie, Atomwaffen einzusetzen - damit neue produziert werden können.

Zur Autorin
Die Atomwaffenspezialistin und promovierte Ärztin Helen Caldicott wurde für ihr Engagement gegen die atomare Rüstung bereits für den Friedensnobelpreis nominiert. Die weltweit renommierte Aktivistin der internationalen Antiatombewegung leitet das von ihr gegründete Nuclear Policy Research Institute in Los Angeles. Sie unterstützte die Gründung der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und belebte die Organisation Ärzte in sozialer Verantwortung in den USA neu. Helen Caldicott hat mehrere Bücher verfasst und kämpft in den Vereinigten Staaten und in ihrer ursprünglichen Heimat Australien gegen die Aufrüstung. Sie ist Mutter von drei Kindern.
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Weitere Information: Dr. Helen Caldicott appelliert an den Papst, als "menschliches Schutzschild" nach Bagdad zu reisen

Giulietto Chiesa: Das Zeitalter des Imperiums. Europas Rolle im Kampf um die Weltherrschaft. Europäische Verlagsanstalt 2003.

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In Präsident Bushs Rede zum Bericht der Lage der Nation im Februar 2002 kam das Wort "Sicherheit" neunzehn Mal vor, das Wort "Europa" dagegen nicht ein einziges Mal. Um wessen Sicherheit geht es, woher drohen Gefahren und welche? Warum spielt Europa kein Rolle, wenn doch "die zivilisierte Welt" bedroht ist? Diesen Fragen geht der Autor nach - die Antworten, die er gibt, kreisen um nichts weniger als die Neuordnung der Welt.

Zum Autor
Giulietto Chiesa ist ein sehr bekannter italienischer Journalist. Zwanzig Jahre war er Korrespondent für "La Stampa" in Moskau und machte sich mit engagierten und kritischen Reportagen sowie mit Buchveröffentlichungen einen Namen.
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Rainer Butenschön / Eckart Spoo (Hrsg.): Töten – Plündern – Herrschen. Wege zu neuen Kriegen. VSA-Verlag 2003.

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Das Buch dokumentiert unterschiedliche konzeptionelle Zugänge zu den ökonomischen, militärischen und ethnischen Konfliktpotenzialen der Globalisierung. Die Folgen des 11. September, der weiterhin propagierte "Krieg gegen den Terror", die imperiale Rolle der USA, ihre Kriegsdrohung gegen den Irak, die Aushöhlung des internationalen Völkerrechts – all dies erfordert differenzierte Analysen dieser "neuen Welt(un)ordnung". Auch die Friedensbewegung muss sich diesen neuen Herausforderungen und Fragenkomplexen stellen. Die AutorInnen dieses Buches analysieren sie unter folgenden Aspekten:
– außenpolitische Konstellationen der neuen Weltordnung. Weltmacht USA und Konkurrent EU
– Krisenregionen: Irak – ein belagertes Land; Algerien – Feindbild Islam; Fundamentalismen in der kapitalistischen Moderne
– Vom Imperialismus zum "Empire", vom globalen Freihandel zur Re-Kolonisierung, neue Formen des globalen Widerstands
– Krieg und Ökonomie: das Militärpotenzial der USA, neue Kriegsökonomien
– Auswirkungen auf die bundesrepublikanische Innen-, Sicherheits- und Medienpolitik.
Die vielen renommierten AutorInnen machen diesen Sammelbands zu einer Grundlagenlektüre über die "Neue Weltordnung" der USA und ihrer verbündeten Konkurrenten.
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Peter Pilz: Mit Gott gegen alle. Amerikas Kampf um die Weltherrschaft. Deutsche Verlaganstalt 2003.

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An der Spitze der USA steht seit 2001 ein Präsident, der gemeinsam mit seinen Ministern, Militärs und Geheimdiensten die Welt beherrschen will. Die einzig verbliebene Weltmacht verfolgt das Ziel imperialer Machtausweitung. Der bevorstehende Krieg gegen den Irak dient nicht allein dem Kampf gegen das Böse, sondern vorrangig dem eigenen Weltherrschaftsanspruch. Peter Pilz, Mitglied der sicherheitspolitischen Ausschüsse des österreichischen Parlaments und des Nationalen Sicherheitsrats, klagt die Supermacht an. Er beschreibt die Planung der Kriege, die militärische Strategie der neuen Waffen, den Kampf gegen den inneren Feind und das System aus Satelliten und Statthaltern. Sein Fazit: "Die Welt kann sich die USA nicht mehr leisten - die Zeit ist reif für eine Alternative."
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Ambros Waibel: Imperium Eins. Drei römische Erzählungen. Verbrecher-Verlag 2003.



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Ambros Waibels "Imperium Eins" ist der Kommentar zur Gegenwart aus dem alten Rom. Ein panischer Briefwechsel, ein bitteres Kriegstagebuch, eine Absage an den sterbenden Freund, der auch der allmächtige Beherrscher der Welt ist - drei plastisch und spannend erzählte Begebenheiten aus einer Spätkultur, die von ihrem Chauvinismus zerfressen wird.
Was nur kann die unverbesserlichen Völker einen, die sich der ihnen angetragenen Zivilisation erwehren? Was hält sie ab, an den Errungenschaften der europäischen Weltmacht teilzuhaben? Denn: "Nicht das Imperium ist schlecht - sondern das Leben selbst, die menschliche Existenz ist negativ."
Da hilft nur die Restaurantketten-Methode: ein Geschmack, eine Weltordnung.
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Gore Vidal: Bocksgesang. Antworten auf Fragen vor und nach dem 11. September. Europäische Verlagsanstalt 2003.



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"Die Fundamentalkritik, die sich hunderttausendfach verkauft hat, schreckt Amerikas Konservative", urteilte DER SPIEGEL über Vidals Ewiger Krieg für ewigen Frieden, und die Frankfurter Rundschau befand: "Weltweit nörgelt keiner besser an Amerika herum als Mr. Vidal". Die FAZ hält ihn für das Enfant terrible unter Amerikas Intellektuellen und einen der "schärfsten Kritiker". Das Buch ist auch in Deutschland ein Bestseller - bereits in der 5. Auflage.
In Bocksgesang, einer Sammlung von Essays, deren titelgebender am 20. September 2002 geschrieben wurde, setzt Vidal seine Attacken auf Amerikas Establishment und Regierung fort, mit Enthüllungen über die Hintergründe der Attentate vom 11. September und die Reaktionen der Bush-Administration darauf, die dem Leser den Schlaf rauben. Gore Vidal redet über Pearl Harbor, politische Lügen, amerikanischen Patriotismus und Mickey Mouse. Was das mit den Attentaten vom 11. September zu tun hat? Diese Frage trifft den Kern des Problems. Vidals Buch beantwortet sie.

Zum Autor
Gore Vidal, geboren 1925, zählt zu den wichtigsten Vertretern der
US-
Literatur. Er ist Autor von 22 Romanen, fünf Theaterstücken, vielen Filmdrehbüchern, Kurzgeschichten und über 200 Essays. Für "United States: Essays 1952-1992", eine Sammlung seiner Kritiken, erhielt er den National Book Award. Seine Memoiren "Palimpsest" (1996) sind ein bedeutendes Zeitdokument. Der Autor lebt in Ravello und Los Angeles.

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Claudia Haydt / Tobias Pflüger / Jürgen Wagner: Globalisierung und Krieg. AttacBasisTexte 5. VSA-Verlag, März 2003.



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Der von der US-Regierung ausgerufene "Kreuzzug gegen den Terror" ist ein "permanenter Krieg", der im Wesentlichen geführt wird, um eine weltweite (Wirtschafts-) Ordnung militärisch durchzusetzen und abzusichern: Ein "doppelter Krieg" mit militärischen Mitteln und mit Marktmechanismen. Ökonomische und militärische Facetten westlicher Hegemonialpolitik bedingen sich gegenseitig: "Der Imperativ der Globalisierung ist Krieg". Am Beispiel des Irakkriegs werden die ökonomischen Interessen, die meist hinter Kriegen stehen, besonders deutlich.
Westliche Politik führt z.B. in Somalia zu einer massiven Verarmung, die Verteilungskämpfe nach sich zieht. Wenn westliche Interessen tangiert werden, folgen direkte (militärische) Interventionen mit dem Ziel der Herstellung ökonomischer und machtpolitischer "Ordnungen".
Mit dem Europäischen Sozialforum in Florenz sind globalisierungskritische und Antikriegs-Bewegung eins geworden. Protest und Widerstand sollten sich nicht nur gegen die USA richten, sondern ebenso gegen die Militarisierung der EU und den weltpolitischen Aufstieg Deutschlands mit militärischen Mitteln. 

Zu den AutorInnen
Claudia Haydt ist Religionssoziologin und IMI-Beirätin. Tobias Pflüger, Politikwissenschaftler und Autor des Buches "Die neue Bundeswehr", arbeitet ehrenamtlich im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. und im wissenschaftlichen Beirat von ATTAC mit. Von Jürgen Wagner, Mitglied im IMI-Vorstand, erschien kürzlich der Titel "Das ewige Imperium – Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor".
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Harald Müller: Amerika schlägt zurück. Die Weltordnung nach dem 11. September. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003.

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Der 11. September ist kein Ausgangspunkt einer neuen Weltordnung. Die auf die globale Vorherrschaft der USA ausgerichtete Politik des Weißen Hauses benutzt dieses Datum vielmehr als Gelegenheit, ihren Anspruch als einzige Weltmacht zu zementieren: in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Eine fundierte Analyse über die neue Dimension der Terrors und deren Einordnung in den weltpolitischen Kontext.
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Jürgen Todenhöfer: Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror. Herder-Verlag 2003 (Überarbeitete und erweiterte Ausgabe).



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Jürgen Todenhöfer, als entwicklungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion von 1972 bis 1990 bekannt als "Rechtsausleger", erzählt Geschichten vom Elend der Menschen in Afghanistan und im Irak - als leidenschaftliches Plädoyer für eine moralische Außenpolitik und gegen den westlichen "Anti-Terror-Kreuzzug".
Wer über der Rache die Gerechtigkeit aus dem Blick verliert, wer den einzelnen Menschen nicht mehr sieht, meint Todenhöfer, "der verspielt unsere Zukunft". Jürgen Todenhöfers Buch ist die brillante politische Analyse verfehlter, gefährlicher Strategien in einer Schlacht der Lügen. Ein spannendes, ein farbig erzähltes, ein menschliches Dokument. Und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen sinnlose Kriege. Der Autor war selbst etliche Male vor Ort und hat über Jahrzehnte lang den Menschen in Afghanistan geholfen. Er hat viele Geschichten voller Hoffnungslosigkeit gehört und klärt jetzt die Welt darüber auf, was er gesehen hat. Er gibt den schwächsten und unschuldigen Opfern eine Stimme: den Kindern von Bagdad und Kabul.
Erweiterte Taschenbuchausgabe mit einem Geleitwort von Hans-Dietrich Genscher und einem Bericht über die Reise Jürgen Todenhöfers mit seiner Tochter nach Bagdad im Januar 2003.
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Jürgen Wagner: Das ewige Imperium. Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor. VSA-Verlag 2002.

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Die außenpolitischen Eliten der USA behaupten, das Ziel der US-Politik sei die Sicherung des Weltfriedens. Jürgen Wagner untersucht deren Konzepte und kommt zu dem Schluss: In der Praxis ist die Außenpolitik der USA auf Maximierung ihres politischen Einflusses gerichtet.
Seit dem Ende des Kalten Krieges stellt die Festigung der eigenen Position als einzig verbliebene Supermacht das überragende Ziel der US-Außenpolitik dar. Diese ist in der Praxis bereits vor, insbesondere aber auch nach den Terroranschlägen des 11. September ausschließlich als Politik zur Wahrung der US-Hegemonie zu begreifen. Die außenpolitischen Eliten der USA haben sich hierfür ein theoretisches Legitimationskonstrukt zurechtgelegt, das die rigorose Wahrung der US-Interessen und damit ihrer hegemonialen Stellung als ein pazifizierendes Element der Weltpolitik begreift.
Dieses Votum für die Machtpolitik nimmt einerseits weiten Teilen der Weltbevölkerung jegliche Möglichkeit auf eine menschenwürdige Existenz, was eine der Hauptursachen für die zu beobachtende Zunahme des Terrorismus ist. Andererseits verschärft sie auch zahlreiche Konflikte im zwischenstaatlichen Bereich und birgt damit eine ständige Eskalationsgefahr in sich. Damit erreicht die US-Außenpolitik das genaue Gegenteil dessen, was sie propagiert, und erweist sich als permanenter Krisenfaktor.
Die theoretischen Grundlagen der US-Außenpolitik, das weist die Analyse nach, basieren deshalb auf falschen Voraussetzungen oder bilden lediglich einen Deckmantel für egoistische Interessen. Nimmt Washington seine propagierten Ziele ernst, Konflikte im internationalen System verringern zu wollen, bleibt nur die radikale Abkehr von der bisherigen Ausrichtung auf eine machtmaximierende Politik.
Jürgen Wagner (Jahrgang 1974), 1997-2002 Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Tübingen. Er ist Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung (IMI) mit dem Schwerpunkt US-Außen- und Sicherheitspolitik. Zahlreiche Veröffentlichungen von Artikeln zum Thema, u.a. in Freitag, Neues Deutschland, antimilitarismusinformation, analyse und kritik, Graswurzelrevolution, Zeitung gegen den Krieg u.a; mehrere Studien für die Informationsstelle Militarisierung (IMI), das Berliner Informationszentrum für transatlantische Sicherheit (BITS), das Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsordnung (isw) und die PDS-Bundestagsfraktion.

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Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher. Fischer-Taschenbuch-Verlag 1999.

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Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion existiert nur noch eine Supermacht auf dieser Erde: die Vereinigten Staaten von Amerika. Und noch nie in der Geschichte der Menschheit hat eine Nation über so große wirtschaftliche, politische und militärische Mittel verfügt, um ihre Interessen durchzusetzen. Noch nie gelang es einer Demokratie, zur ersten und einzigen Weltmacht aufzusteigen.
Was bedeutet dieses Faktum für Amerika und den Rest der Welt, insbesondere für Deutschland, Europa und den europäischen Einigungsprozess? In einer brillanten strategischen Analyse legt Zbigniew Brzezinski dar, warum die Vorherrschaft der USA die Voraussetzung für Frieden, Wohlstand und Demokratie in der Welt ist, und wie Amerika sich verhalten muss, um seine Weltmachtstellung zu erhalten.
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Dieses Buch ist ein Standardwerk für alle, die sich mit der Rechtfertigung der globalen US-Vorherrschaft auseinandersetzen wollen. Fruchtbar wird die Lektüre dieses grundlegenden geopolitischen Werks von Brzezinski vor allem durch kritisches Querlesen. Dabei gilt es den Orwell'schen Newspeak der gemäßigten Imperialismus-Fraktion um Brzezinski zu decodieren. So bezeichnet der Autor z.B. solche Regierungen und Entwicklungsländer als "demokratisch" oder "stabil", welche eine US-freundliche Regierung haben - sei es eine Diktatur oder eine (meist nur formale) Demokratie. "Stabilität" nach imperialer Lesart kann demnach gerade dort herrschen, wo Terror und Chaos am größten sind; solange sich die Regierung durch derartige Maßnahmen im Sattel halten kann, gilt das Land als "stabil", d.h. im Klartext: seine Regierung steht auf "unserer" Seite.
Und wenn Brzezinski von "Freiheit" spricht, so ist vor allem die Freiheit des Kapitals gemeint. Der interessante Ausdruck "Glaubwürdigkeit" wiederum bezeichnet die Abschreckungsfähigkeit eines Machtgebildes. Die "Glaubwürdigkeit" der NATO in der Kosovokrise wurde z.B. dadurch gewahrt, dass sie ihre Kriegsdrohung wahr machte und Jugoslawien angriff. Ähnlich wird nun in der Irakkrise von Kriegsbefürwortern argumentiert: Die NATO müsse ihre "Glaubwürdigkeit" gegenüber dem Irak durch einen völkerrechtswidrigen "Präventiv"krieg sichern.
Mit einer solchen ideologiekritischen Lesebrille versehen, sind die geopolitischen Ausführungen Zbigniew Brzezinskis und seine konkreten Handlungsempfehlungen für die US-Regierung höchst informativ und anregend.

Michael Kraus

Sabine Feiner: Weltordnung durch US-Leadership? Die Konzeption Zbigniew K. Brzezinskis. Dissertation. Westdeutscher Verlag 2000.

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Zbigniew Brzezinski: Der einflussreichste Denker der US-Außenpolitik in einer Gesamtdarstellung
Die Rolle der einzigen Supermacht USA bei der Gestaltung einer neuen Weltordnung ist seit Beginn der Neunziger Jahre Gegenstand einer kontroversen Debatte. Diese Studie befasst sich mit der Konzeption von Zbigniew K. Brzezinski, der in einer aktiven amerikanischen Führungsrolle die maßgebliche Voraussetzung für die Entstehung einer globalen Ordnung erkennt. Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater zählt seit fast dreißig Jahren zu den pro
minentesten Kommentatoren amerikanischer Weltpolitik. Seine Einschätzungen werden in dieser Arbeit diskutiert und in ihrem theoretischen Kontext analysiert. Dabei stehen die machtpolitischen und ideologischen Voraussetzungen, die Möglichkeit internationaler Akzeptanz und die geopolitische Umsetzung von Weltführung im Mittelpunkt. Am Ende steht die Frage, inwieweit Brzezinskis Konzeption als eine allgemeine Strategie für eine zukünftige Weltordnung gelten kann.
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William Rivers Pitt/Scott Ritter: Krieg gegen den Irak. Kiepenheuer & Witsch-Verlag 2002 (2. Auflage).

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Scott Ritter, Parteifreund von George W. Bush und nun sein schärfster Kritiker, war von 1991 bis 1998 UN-Waffeninspekteur im Irak und hat daran mitgewirkt, dass das dortige Waffenpotential zu über 90 Prozent zerstört wurde. Im Gespräch mit William Rivers Pitt enthüllt er, wie die USA die damaligen Inspektionen manipuliert und zum Scheitern gebracht haben. Er weist nach, dass es keinerlei Beweise gibt für die Behauptung der Bush-Administration, der Irak würde über funktionstüchtige atomare, biologische oder chemische Massenvernichtungswaffen verfügen. Eine Zusammenarbeit zwischen Saddam Hussein und Osama bin Laden kann ebenfalls nicht belegt werden. Der US-amerikanische Angriffskrieg hingegen, so Ritter, berge unvorhersehbare Risiken für den Weltfrieden und sei daher entscheiden abzulehnen.
Der schmale Band bietet eine schnelle und überblickliche Einstiegslektüre zu den Hintergründen des Irakkonflikts.
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Amy Holmes/David Salomon/Stefan Schmalz (Hrsg.): Imperial Djihad? Über Terrorismus, Schurkenstaaten und neue Kriege. VSA-Verlag 2002.

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Kriege sind intelligenter geworden. Hochtechnologische Waffensysteme garantieren angeblich geringe Verluste bei Angreifern und Angegriffenen. Die propagierten Kriegsziele klingen modern und positiv: Die "zivilisierte Welt" setzt scheinbar "Menschenrechte" gegen "Schurkenstaaten" durch. Die genaue Analyse der Welt nach dem 11. September 2001 in diesem hochinteressanten Sammelband zeigt jedoch, dass die westlichen Staaten vor allem eigene wirtschaftliche und politische Interessen gegen die Menschen im Süden des Globus durchsetzen.

– Die neue Weltordnung und ihre außenpolitischen Konstellationen
– Krisenregionen: Zentralasien, Naher Osten und Nordafrika
– Auswirkungen auf die bundesrepublikanische Innenpolitik, vor allem sicherheitspolitische Maßnahmen und Medienpolitik.
Die Kriege sind intelligenter geworden. Hochtechnologische Waffensysteme garantieren den kriegsführenden Mächten bei einer gezielten Gegnerauswahl angeblich »null Tote« in den eigenen Reihen, wenn sie »chirurgisch« eingreifen. Raffiniert sind auch die propagierten Kriegsziele: Wer hat schon etwas dagegen, daß die »zivilisierte Welt« für Menschenrechte gegen »skrupellose Schurkenstaaten« vorgeht?
Kein Wunder also, daß viele der ehemals Friedensbewegten entweder schweigen oder in einem Pazifismus verharren, dessen Argumentationsnot sich kaum kaschieren läßt. Ein Friedenskonzept, das diesen neuen Herausforderungen gewachsen ist, muß sich daher neu begründen. Hierzu ist eine grundlegende Analyse der »neuen Weltordnung« notwendig, insbesondere nach den Ereignissen des 11. Septembers.

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Juni 2003

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