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Lynchen und Morden in Palästina
Eiman Joulani und Anan al-Ashab wurden laut palästinensischen
Quellen verdächtigt, den Israelis Informationen über den
Aufenthaltsort des örtlichen Milizenführers Marwan Zalloum übermittelt
zu haben.
In den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde kommt es
immer wieder zu Hinrichtungen vermeintlicher Kollaborateure. In vielen
Fällen soll es sich jedoch um persönliche Abrechnungen handeln.

Lynchjustiz in Palästina (Ramallah)

Menschenrechtler üben scharfe Kritik:
Terror, Folter und Unrecht sind im Gebiet der PA die Regel
Menschenrecht und Menschenleben sind wenig wert in den Gebieten der
"Palästinensischen Autonomie". Zehn verschiedene
Sicherheitskräfte und Polizeitruppen, die alle über dem Gesetz
stehen und Menschen willkürlich und ohne Haftbefehl ins Gefängnis
bringen, überziehen das Gebiet mit einem Netz von Willkür und
Gewalt. Verschleppte werden an verborgenen Orten in Isolationshaft
gehalten und gefoltert.
Grauenhafte Foltermethoden sind an der Tagesordnung und ein fairer
Prozess ist nicht Regel, sondern Ausnahme. Hinrichtungen wurden schon
wenige Stunden nach Schnellgerichten, ohne Möglichkeit zur
Verteidigung oder Berufung vollstreckt, z.T. unter Anwesenheit einer
johlenden Menge. Bilder des Ekels und der Schande sind dokumentiert.
Die internationale Menschenrechtsorganisation "Human Rights
Watch" (HRW) hat heute einen schockierenden Bericht vorgelegt
und kommt zum Schluß, das Verhalten des gesamten Apparats,
"einschließlich der Minister, der Polizei, verschiedener
Sicherheitsorgane", habe die Unabhängigkeit der Justiz und die
Rechtsstaatlichkeit "ernsthaft unterminiert".
In den Gefängnissen herrschen Korruption, Willkür und blanker
Terror. Fünf Palästinenser sind seit Beginn des blutigen Aufstandes
in der Haft gestorben. Im September dieses Jahres befanden sich fast
500 Menschen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Haft. Bei den
meisten handelt es sich um Menschen, denen "Kooperation mit
Israel" vorgeworfen wird. Auch Menschen die Land an Israel
verkauft haben sollen, werden willkürlich eingesperrt und gefoltert.
Die Organisation fordert von der PA, Gesetze zum Schutze von
Gefangenen und Untersuchungshäftlingen zu ratifizieren. Entsprechende
Gesetze wurden ihm vom palästinensischen Parlament bereits mehrfach
vorgelegt.
Die noch von Arafat persönlich eingerichteten "Gerichte der
Staatssicherheit" verhandeln vollkommen willkürlich und sprechen
Urteile grundsätzlich auf der Basis nicht nachprüfbarer Geständnisse.
Anwälte sind vor diesen Gerichten kaum in der Lage die Angeklagten zu
verteidigen. Ein Jurist wird zitiert: "Die Anwälte stehen vor
Gericht verängstigt wie die Hasen. Meist machen sie dem Gericht vor
lauter Unterwürfigkeit klar, dass sie selbst an die Schuld des
Angeklagten glauben". Um ja keinen Zweifel an ihrer nationalpalästinensischen
Gesinnung aufkommen zu lassen, halten die Anwälte lieber Lobesreden
auf den "Führer des nationalen Kampfes des Volkes von Palästina"
als Plädoyers für ihre Mandanten. Im Gerichtssaal herrschen Angst
und blankes Entsetzen. Selbst von der Hinrichtung Bedrohte werden als
Zeugen der Anklage vorgeführt.
Auch habe die Autonomiebehörde "so gut wie nichts
unternommen", um etwa 30 Morde an angeblichen Kollaborateuren
aufzuklären. Auch dass noch kein einziges Mitglied einer
militant-fundamentalistischen Terrororganisation für den Tod von
israelischen Zivilisten zur Verantwortung gezogen wurde, findet in dem
Bericht Erwähnung.
"Wenn die PA wie eine ordentliche Regierung behandelt werden
will, dann muss sie ein Rechtsystem schaffen, das Gerechtigkeit
garantiert, für alle Palästineser", fordert Kenneth Roth,
Executive Director of Human Rights Watch.
EIN BLICK AUF BEIDE SEITEN erfordert eben auch einen Blick auf
Menschenrechtsverstöße, die von der Autonomiebehörde ausgehen -
dass Terror, Folter und Unrecht in Gebieten der PA die Regel sind, das
passt nicht in das Bild derer, die ausschließlich Kritik an den
Handlungen der israelischen Regierung üben.
Quelle:
hagalil.com, haaretz.co.il
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