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RECHTE GEWALT UND FREMDENHASS IM NEUEN DEUTSCHLAND
Extremismus aus der Mitte
SCHON schien alles im Sommerloch begraben und vergessen, da rührte der
Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge in der Nacht auf den 3.
Oktober erneut die Öffentlichkeit auf. Seitens des Zentralrats der Juden
wird die Frage aufgeworfen, ob Deutschland noch ein erträglicher Ort für
die "jüdischen Mitbürger" sei. Aber wie steht es allgemein mit dem
fortdauernden Hass gegen die Fremden, und wie verhält sich der
gewalttätige Rechtsextremismus in den alten zu dem in den neuen
Bundesländern? Ein Rückblick auf den Sommer 2000.
Von
CHRISTIAN SEMLER *
·
Mitarbeiter der ""tageszeitung", Berlin.
Es war ein Sommer der Beunruhigung, die nicht selten in Panik abglitt.
Das Düsseldorfer Bombenattentat von Anfang August gegen russische
Immigranten, darunter solche jüdischen Glaubens, löste eine politische
Kettenreaktion aus. Indizien verwiesen auf die Urheberschaft
rechtsextremer Gruppen. In die Befürchtung, mit dem Sprengstoffanschlag
sei eine neue Qualität von Gewaltaktionen der rechten Szene erreicht,
der Übergang zum bewaffneten Massenterror, mischte sich bei der
politischen Elite ein weiteres Angstmotiv: der Düsseldorfer Anschlag
werde "dem Ansehen Deutschlands" im westlichen Ausland schaden - mit
negativen Folgen für den " Standort Deutschland".
Plötzlich kehrte auch ein Vorfall in die Schlagzeilen zurück, der sich
einen Monat vorher abgespielt hatte: der Mord an einem Afrikaner in
Dessau, in Sachsen-Anhalt, einem der neuen Bundesländer, wo die
ultrarechte Deutsche Volksunion bei den letzten Landtagswahlen einen
spektakulären Erfolg erzielt hatte. Die Mörder gehörten der
rechtsextremen Szene an. Binnen kurzer Zeit wandte sich die geballte
Aufmerksamkeit der Politiker wie der Medien den neuen Bundesländern zu.
Anfang der Neunzigerjahre, nach dem Brandanschlag auf ein
Ausländer-Wohnheim in Rostock-Lichtenhagen, war der Rechtsextremismus in
den neuen Ländern schon einmal in den Focus der Berichterstattung
geraten. Danach hörten die rechtsextrem motivierten Gewalttaten im
Westen wie im Osten Deutschlands keineswegs auf. Da aber weniger
Todesfälle zu beklagen waren, wurde die Öffentlichkeit des Themas müde.
Publizisten machten sich über den "Alarmismus" derer lustig, die über
Rechtsradikalismus und rechte Gewaltaktionen nicht nur aus Gründen der
journalistischen Konjunktur berichtet hatten.
Nach Düsseldorf und Dessau ist alles anders geworden. Im Ruf nach
erhöhter Polizeipräsenz, schneller urteilenden Gerichten, schärferen
Gesetzen und Verboten fanden sich seltsame Bettgenossen zusammen: grüne
Politiker Seit an Seit mit bayrischen Christsozialen, denen noch nie
jemand vorwerfen konnte, mit dem starken Staat Probleme zu haben.
Im Chor der Mahner und Verfasser guter Ratschläge fehlte allerdings eine
Gruppe fast vollständig: die der Schriftsteller und Künstler, vor allem
die mit linkem Anspruch. Offensichtlich hatte die Beschäftigung mit
Themen der symbolischen Politik wie dem Berliner Holocaust-Denkmal zu
sehr an ihren Kräften gezehrt.
Dabei hätten sich zwei Themen dem öffentlichen Nachdenken geradezu
aufgedrängt. Erstens: Was ist das Spezifische am deutschen
Rechtsradikalismus, was unterscheidet ihn von der Welle des rechten
Populismus, der fast überall in Europa die Verlierer des
"Modernisierungsprozesses" um seine Fahne sammelt? Zweitens: Wie
unterscheidet sich der Rechtsextremismus, vor allem der gewaltbereite,
im Osten und im Westen Deutschlands?
Bei den Stellungnahmen von Politikern, gleich welcher Couleur, nach
Düsseldorf und Dessau fällt auf, dass sie übereinstimmend die rechten
Gewalttaten aus ihrem sozialen Kontext isolieren. Der Soziologe Wilhelm
Heitmeyer, ein seit Jahren renommierter Kenner der rechten Szene im
Osten wie im Westen, schrieb dazu: "Wenn man am Ende des Prozesses
ansetzt, geht das Interesse daran verloren, in welchen Stadien
menschenfeindliche Einstellungen und Gewalt entstehen."[1]
Einer der wenigen Politiker, die nicht "am Ende des Prozesses" ansetzen,
ist der Präsident des Bundestages, der Sozialdemokrat Wolfgang Thierse,
der die rechtsextremistische Szene Ostdeutschlands aus eigener
Anschauung kennt. Thierse vertritt wie eine Reihe von
Sozialwissenschaftlern die These, dass der Rechtsradikalismus "aus der
Mitte" entstanden sei. Diese Aussage wird in zwiefacher Form diskutiert.
Politisch gesehen bedeutet sie, dass unter der Kanzlerschaft Kohls, aber
auch seines Nachfolgers, vor allem Vertreter der "politischen Mitte" mit
Stichworten wie "das Boot ist voll", oder "die Asylanten missbrauchen
das Asylrecht" das Klima der Fremdenfeindlichkeit erst geschaffen haben,
an das die Rechtsradikalen anknüpfen konnten. Empirische Studien
belegen, dass diese Kampagne die Bereitschaft zur Integration der
ausländischen Immigranten beeinträchtigt hat. Auch die Dominanz des "jus
sanguinis" im deutschen Staatsbürgerrecht, die trotz der rot-grünen
Reform weiterbesteht, erwies sich als Transportmittel
national-völkischen Denkens, insofern sie verhindert, dass
Anerkennungskonflikte auf der Basis einer gemeinsamen Bürgerschaft
rational ausgetragen werden.
In den westdeutschen Großstädten mit hohem Ausländeranteil wächst nach
Meinung von Stadtsoziologen[2]
die Gefahr, dass innerhalb der neu entstehenden städtischen Unterklasse
Verteilungs- und Anerkennungskämpfe eine zunehmend ethnische Färbung
annehmen und die Trennung nach Ethnien vorangetrieben wird. Die Hoffnung
vieler "Multikulturalisten", durch vermehrte Kontakte zwischen
Einheimischen und Migranten werde das gegenseitige Verständnis wachsen
(die "Kontakthypothese"), könnte unter Bedingungen verschärfter
Konkurrenz durch die gegenteilige Entwicklung - zu verstärkten
Stereotypen - dementiert werden. Auch dies ein Boden, den die
Rechtsradikalen beackern.
In den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren hatten auf der politischen
Ebene vor allem zwei rechtsextreme bzw. rechtspopulistische Parteien von
den Vorlagen der "politischen Mitte" profitiert: die "Republikaner" und
die "Deutsche Volksunion" (DVU). Während die "Reps" als typisches
Produkt des westdeutschen Wohlstandschauvinismus den Sprung in den Osten
nicht schafften, konnte die DVU in die Parlamente zweier neuer Länder
einziehen, ohne allerdings die geringste Wirkung zu entfalten. Erst die
national-sozialistische Neuorientierung der dritten alteingessenen
rechtsradikalen Partei, der "Nationaldemokratischen Partei Deutschlands"
(NPD), hat die Szenerie grundlegend verändert. Die NPD konnte in der
vormaligen DDR an starke nationale, antidemokratische und antiwestliche
Stimmungen anknüpfen. Sie bot den offen neonazistischen Gruppierungen
ein Dach und kooptierte Neonazis aus dem Osten in ihrer Führungsgruppe.
In den "alten" Bundesländern war beim Thema Fremde oder "Asylanten" das
Verhältnis zwischen "politischer Mitte", den traditionellen
rechtsextremistischen Parteien und der Haltung der Bevölkerungsmehrheit
durchaus der Situation in anderen europäischen Ländern vergleichbar. Im
Westen war und ist zwar Xenophobie weit verbreitet, aber der Schritt von
dort zu manifest rassistischen Überzeugungen, etwa der rassischen
Höherwertigkeit des Deutschtums oder dem Bekenntnis zur
Volksgemeinschaft, macht nur eine zwar bedeutende, aber überschaubare
Minderheit. Erst recht existiert eine Kluft zwischen xenophoben
Ansichten und der Billigung, gar der Unterstützung gewalttätiger
Aktionen gegen Ausländer.
Dieses Bild vom "normalen" Rechtsradikalismus ändert sich grundlegend,
wenn wir die Verhältnisse im Osten Deutschlands analysieren. Als Erstes
ist zu konstatieren, dass es im Osten Deutschlands zwar massiven
Rassismus gibt, aber einen verschwindend geringen Anteil von Ausländern
an der Bevölkerung. Die These ist richtig: "Je weniger Ausländer, desto
größer der Hass". Der zweite wirklich gravierende Unterschied zwischen
Ost und West betrifft die politische Kultur der Mehrheit. Im Osten,
zeigen empirische Untersuchungen, ist der völkische Nationalismus tief
in die Gesellschaft eingedrungen. In etlichen ländlich bzw.
kleinstädtisch geprägten Gegenden drückt er schon die Mehrheitsmeinung
aus. Dabei geht es nicht um die Übernahme der kompletten Ideologie,
sondern um Ideologiefragmente, deren faschistischer Charakter subjektiv
oft nicht wahrgenommen bzw. geleugnet wird. Gewalttätige Aktionen
seitens rechtsradikaler Jugendlicher gegen Ausländer, "linke Zecken",
Schwule oder Obdachlose werden von den Erwachsenen häufig unterstützt,
entschuldigt oder mit Schweigen übergangen; die in diesen Aktionen
manifeste nazistische Ideologie wird abgestritten ("Unsere Jungs sind
doch keine Nazis"). Bezogen auf die ostdeutsche Gesellschaft gewinnt der
Satz "Der Rechtsradikalismus entstammt der Mitte" seine zweite, nämlich
seine soziale Bedeutung. "Mitte" heißt jetzt gesellschaftliche Mitte.
Bernd Wagner, führender Experte zum Rechtsradikalismus in den neuen
Ländern, spricht von einer fest etablierten rechtsextremen Jugendkultur.[3]
In ihr tummelt sich eine überaus heterogene Gesellschaft: von den
neonazistischen organisierten Kernen über Nazi-Skins und kriminelle
Jugendbanden bis hin zu "unpolitischen", aber rassistisch beeinflussten
Freundeskreisen und Cliquen. Aber der gemeinsame Hassvorrat ist offenbar
stärker als die kulturelle Differenz zwischen dem strammen Nazi-Jungmann
mit Hitlerscheitel und dem subkulturell geprägten rechten Skin, der mit
Machtergreifungsphantasien nichts im Sinn hat.
Was diese unterschiedlichen Gruppen kulturell vereint, ist vor allem die
Musik, die ihr Material aus dem verachteten Westen bezieht, die Texte
hingegen aus einem dumpfen deutschnational-morastigen Untergrund. Von
ihren Ehrbegriffen (der Skin verwendet weder Messer noch Pistole, er
schlägt und tritt den Gegner zusammen) bis zu ihren "typisch deutschen"
Tugenden unterscheidet sich die rechtsextremistische Skin-Subkultur
jedoch vom Gros der jugendlichen Mitläufer ebenso wie von bewussten
Neonazis. Jeder Versuch der politischen und organisatorischen
Vereinheitlichung, wie von Teilen der NPD gefordert, würde die Szene
auseinander treiben.
Zivilgesellschaft gegen "national befreite Zonen"
GESCHICKT
haben sich die explizit neonazistischen Gruppierungen diesen
Gegebenheiten angepasst. Sie operieren in autonomen Kadergruppen, den
"Kameradschaften", bevorzugen eine Netzwerk-Struktur, setzen auf
dezentrale Aktionen. Dieser Verzicht auf bürokratisch-zentralistische
Organisation macht sie nicht nur weniger angreifbar, er kommt auch dem
Widerwillen vieler Jugendlicher gegenüber Parteien - und seien es auch
rechtsradikale - entgegen. In dieser Jugendkultur läuft mit den Worten
Bernd Wagners ein "Spontan-Prozess" ab, der sich der Einflussnahme sei
es der Staatsmacht, sei es der Sozialarbeiter weitgehend entzieht.
Gerade letztere Gruppe, die den Jugendlichen gegenüber häufig
"akzeptierende Sozialarbeit" praktizierte, wurde zum unfreiwilligen
Helfer bei der Etablierung rechtsradikaler Einflusszonen.
Diese Einflussbereiche - Jugendclub, Straße, ein ganzes Viertel -
firmieren im rechtsradikalen Selbstverständnis als "national befreite
Zonen", eine (umgedeutete) Anleihe aus dem historischen Arsenal der
radikalen Linken, wie auch der Begriff der Hegemonie, der (in Anlehnung
an Gramsci) nichts anderes meint als eine ideologische Vorherrschaft,
die bis in die alltägliche Sphäre reicht. Wer den Fuß in "national
befreite Gebiete" setzen darf und wer nicht, bestimmt die rechtsradikale
Szene. Vor allem dieses Horrorszenario, das in manchen Landstrichen
bereits Realität geworden ist, hat den Ruf nach flächendeckender
Polizeipräsenz verstärkt.
Erklärungsversuche zum Wachstum und zur Konsolidierung der
rechtsradikalen Jugendkultur im Osten Deutschlands und zum sie
stützenden oder tolerierenden Erwachsenen-Milieu stecken noch in den
Kinderschuhen. Da gibt es Hinweise auf das Fehlen einer zur "zivilen",
das heißt friedlichen "Streitkultur" fähigen Bürgergesellschaft im
Osten, die sich auch im Westen erst in den Sechzigerjahren bildete; auf
das autoritäre Erbe der DDR, deren Antifaschismus die autoritären wie
auch die rassistischen Aspekte des Nazifaschismus ausblendete; auf die
fehlende Gewöhnung an Fremde, insofern die in die DDR verbrachten
ausländischen Arbeitsmigranten mit Ausnahme der Polen faktisch
kaserniert und damit vom Alltagsleben der DDR-Bewohner fern gehalten
waren.
Sicher ergänzen sich diese Ansätze eher, als dass sie sich
widersprechen. Sie sind aber nur verstehbar auf dem Hintergrund der
tiefen Verunsicherung, die die "Wende" von 1990 im Bewusstsein vieler
Ostdeutscher hinterlassen hat. Gekappte Lebensgeschichten, abgebrochene
Karrieren, verlorene Berufsperspektiven in einer Gesellschaft, die von
der Zentralität der Arbeit durchdrungen war. Insbesondere unter der
Jugend Ostdeutschlands ist das Gefühl vorhanden, "nicht gebraucht zu
werden",( )wie es der Journalist Eberhard Seidel formuliert. Wenn die
Integrationsangebote der herrschenden Elite versagen, wenn
gesellschaftliche Anerkennung verweigert wird, wird die "negative
Anerkennung" umso attraktiver, die der Rechtsradikalismus mit seinem
Kontrastprogramm bietet. Diese neue Form des Anerkanntwerdens ist schwer
zu erschüttern, auch wenn die Existenzbedingungen der Jungen sich ändern
und das umfassende Programm staatlicher Hilfen für die Ausbildung
ostdeutscher Jugendlicher Erfolg haben sollte.
Was tun? Bundeskanzler Schröder hat anlässlich seiner Spätsommerreise in
die neuen Länder zur Bekämpfung des Rechtsextremismus den "Dreiklang"
Repression/Jugendausbildung/Aufmunterung zur Zivilcourage angeschlagen.
In der öffentlichen Diskussion lag danach das Schwergewicht eindeutig
auf dem Grundton Repression, respektive NPD-Verbot. Gegen einen
Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht sprechen vor allem
pragmatische Gründe. Ein Verbot würde nur dazu führen, dass der
Rechtsradikalismus sich ein neues legales Gewand überzieht. Und die
bisher kontrollier- und infiltrierbaren Rechtsgruppen könnten in den
Untergrund abtauchen. Von linker Seite hört man auch das Bedenken,
Verbote würden generell den konservativen Politikern zuarbeiten, die in
Repression das Heilmittel für die Lösung der Probleme zwischen
Immigranten und Einheimischen sehen. Die Fronten in der Verbotsfrage
laufen quer zum Parteienspektrum, wobei die Allianz "Pro Verbot"
zwischen führenden Grünenpolitikern und Rechtskonservativen ins Auge
sticht.
Glücklicherweise hat das Diskussions-Wirrwarr des vergangenen Sommers
auch jenen "zivilen" Stimmen Gehör verschafft, die sich seit Jahren mit
dem Rechtsradikalismus auseinander setzen. Experten wie Bernd Wagner,
der schon zu Zeiten des "realen Sozialismus" als Kriminalpolizist den
entstehenden Rechtsradikalismus in der DDR bekämpft hat, und Anetta
Kahane von der Regionstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule
in Berlin unterstützen die Arbeitsgruppen, die "Runden Tische" und die
"Bündnisse", die vor Ort einen oft isolierten, verzweifelten Kampf gegen
die drohende Hegemonie des Rechtsextremismus führen. Jedes Geschäft mit
dem Aufkleber "Noteingang", das also Zuflucht für Ausländer oder
"Zecken" bietet, jede Schule, die sich den Titel "Schule ohne Rassismus"
erwirbt, jeder von den Neonazis zurückeroberte Jugendclub lässt ein
Stück Bürgergesellschaft entstehen: "Civil Society" im Sinne eines
Netzwerks antinazistischer Initiativen.
Einige Landesregierungen im Osten hatten in den letzten Jahren erkannt,
was auf dem Spiel steht. So wurde in Brandenburg die Polizeieinheit MEGA
aufgebaut, die den Rechtsextremen die Kontrolle über "national befreite
Zonen" streitig macht. Dabei arbeiten die Repressionsorgane des Staates
zuweilen mit den unabhängigen Initiativen zusammen. Diese Fortschritte
sind allerdings seit Bildung einer SPD-CDU-Koalition und der Übernahme
des Innenministeriums durch den konservativen Exgeneral Jörg Schönbohm
wieder gefährdet. Die verharmlosende Rede von den Rechtsextremisten,
"die doch unsere Jungs sind", lebt wieder auf. Und mit der Reform der
Landespolizei werden Polizeidirektionen beseitigt, die langjährige
Erfahrungen im Kampf gegen Rechts akkumuliert hatten.
Aktivisten der "Zivilgesellschaft" wie Anetta Kahane wissen, dass der
Appell von Bundeskanzler Schröder an die Zivilcourage abstrakt und
fruchtlos bleibt, wenn er sich nicht auf eine entstehende soziale
Bewegung stützt. Die zu entwickeln, braucht Zeit. Aber Zeit wird im
Kampf gegen den Rechtsextremismus zu einer immer knapperen Ressource.
Le
Monde diplomatique Nr. 6269 vom 13.10.2000, Seite 3, 435
Dokumentation, CHRISTIAN SEMLER [1] In einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung, 30. August 2000. [2] Wilhelm Heitmeyer, Rainer Dollase, Otto Backes (Hg.), "Die Krise der Städte", Frankfurt (edition suhrkamp) 1998. [3] Siehe Jens Mecklenburg, "Braune Gefahr. DVU, NPD, REP. Geschichte und Zukunft", Berlin (Espresso Verlag) 1999.
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