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Nichtgläubige und Gläubige, Kopftücher

Von Helke Sander ©

Obwohl ich zu denen gehöre, die Zeichen religiöser Überzeugungen möglichst nicht in den Schulen sehen wollen, weder bei Lehrerinnen und Lehrern noch bei SchülerInnen, weiss ich, dass mein Wunsch bei vielen, die  diese Haltung eigentlich schützen soll, ganz schlecht ankommt. Mir geht es darum, aus diesem Dualismus „dafür oder dagegen“ zu sein herauszukommen, in dem sich die Debatte vollkommen verfangen zu haben scheint und eine andere Perspektive zu ermöglichen.

Es werden nicht nur auf allen Seiten Argumente ausgetauscht, die alle etwas für sich haben und bedacht werden wollen, inzwischen überhäufen sich die Leute wieder mit Beleidigungen. Stichworte genügen dann, um eine ganze Argumentationskette in Gang zu setzen und Leute festzulegen. Das Kürzel „Huntington“ genügt dann schon zur Diskriminierung. Das ist der beste Weg, eine lebendige Debatte, an der sich – noch - viele Leute mit unterschiedlichen Sprachmustern beteiligen,  totzukriegen und sie wieder auf akademische oder politische Zirkel zu reduzieren, in denen weitgehend bestimmt wird, welche Worte  für welche Sachverhalte benutzt werden dürfen.

Die wenigsten an dieser Frage interessierten BürgerInnen kennen nämlich Huntington und sie sind auch nicht eingeweiht in die innerparteilichen Auseinandersetzungen über Interkulturalität. Dieses Unwissen macht sie aber nicht notwendigerweise zu Stammtisch-philosophen. Man kann sich im Gegenteil über eine so rege Beteiligung unterschiedlichster Leute freuen. Viele, die hier aufgrund ihrer Erfahrungen mitdiskutieren und dazu zähle ich mich auch, haben den Wunsch, ein offenbar immer virulenter werdendes Problem zu erfassen und zu einer annehmbaren Lösung beizutragen, ohne gleichzeitig in den verbreiteten Politjargon fallen zu wollen, der mehr und mehr die Sprachen verbürokratisiert  und das öffentliche Sprechen allmählich zu einem ähnlichen Vorgang macht, wie das Ankreuzen vorgefertigter Fragen in Formularen mit dem Ergebnis, dass die einzelnen zur Benutzung freigegebenen Worte immer weniger anschaulich werden.

Es geht dabei , wie fast immer, um den „Kampf mit dem Fachmann“ und um zähes Ringen gegen vorgebliches Expertentum mit seiner Tendenz zur Einengung, um ein vielfältiges Problem „in den Griff zu kriegen“. Statt „in den Griff zu kriegen “ bin ich für „Zerlegen“ in die Einzelteile der Probleme.

Dazu gehört meiner Meinung bei der Kopftuch- Debatte, dass es um mindestens zwei grosse Komplexe geht. Bei dem einen handelt es sich darum, genauer bestimmen zu wollen, was „interkulturell“ oder „multikulturelle Gesellschaft “ eigentlich bedeutet und das Kopftuch ist für diese Debatte der Auslöser. Und beim zweiten  geht es darum, herauszufinden, welche Funktion die Religion und die religiösen Symbole für diejenigen haben, die sie tragen, tragen (müssen) oder ablehnen (können) und welche Konsequenzen für die Gesamtgesellschaft sich daraus jeweils ergeben.

Das eine ist hauptsächlich eine Diskussion zwischen den „traditionellen Deutschen“ das andere eine zwischen traditionellen Deutschen und allen ausländischen, verschiedenfarbigen und verschiedengläubigen NeubürgerInnen.

Im ersten Komplex versteckt sich auch das Missbehagen, das viele BürgerInnen mit Europa verbinden. Dabei wird kaum einer geleitet vom Nationalstaatsdenken, sondern die Leute interessieren sich für Gewinne und Verluste:  ob die vielen verschiedenen Sprachen im politischen Europa erhalten bleiben inklusive der Dialekte, ob die eigenen nationalen Verfassungen vom jetzt schon undurchschaubaren europäischem Recht gebrochen werden können, ob möglicherweise die schöne Idee von gegenseitiger staatlicher Kooperation am Ende  real zu einem monströsen bürokratischen Gebilde wird, zu dem alle europäischen Staaten beitragen, ohne dass die BürgerInnen noch irgendeinen Einfluss nehmen könnten. Zu oft hört man, dass unsere MinisterInnen in Brüssel  scheitern und, sagen wir, bestimmte, in diesem Land mühsam durchgesetzte Standards zugunsten europäischer Vereinbarungen, aufgeben müssen. Man denke nur an das Reinheitsgebot für Schokolade. Zumindest vom Gefühl her verbindet sich mit „Europa“ inzwischen auch die Furcht vor weniger Demokratie und geringerem Einfluss der Einzelnen und der  Aushebelung eigener demokratischer  Institutionen, an denen viele gesellschaftliche Gruppen über Jahrhunderte gearbeitet haben.

Ich will damit sagen, die Debatte hat es verdient, dass sie genau und in Ruhe geführt wird und dass behandelt wird, wovor die Leute, die irgendwie „gegen Europa“ oder „gegen eine interkulturelle Gesellschaft“ eingenommen sind, Angst .haben. Ängste äussern sich eben durch Gefühle und die sind nicht immer schön. Wenn man sie aber nicht gleich als links oder rechts kategorisiert, sondern sie zulässt und in Gottes Namen mal zuhört, was die Leute eigentlich meinen, wenn sie die „falschen“ Worte benutzen, dann können vermutlich mit mehr Argumenten und mehr Fantasie die Probleme auch mal aufgelöst  oder zumindest sehr grosse in mehrere kleine Probleme  und eher lösbare zerlegt werden.

Für die einen ist multikulturell oder interkulturell ein unhinterfragt negativer, für andere, besonders für Leute im Umfeld der Grünen ein ebenso unhinterfragter positiver Begriff. Gemeinsam ist all diesen Debattenansätzen über das Inter- oder Multikulturelle, dass sie wenig genau sind und schnell in Unterstellungen enden. Vor einiger Zeit war dies geradezu schulbuchmässig zu erkennen, als es um den Begriff „Leitkultur“ ging. Es war das falsche Wort. Es war zu direkt, es war anschaulich und es kam nicht aus dem politisch-korrekten Vokabular Da es ausserdem noch aus der CDU kam, wurde es  von der Opposition schnell zu einem nicht nur konservativen, sondern „rechten“ Wort gestempelt. Der Spruch vom „rechten Wort zur rechten Zeit“ lässt sich heute eben nicht mehr sagen.

Es war allerdings nicht nur das falsche Wort, es forderte zu einer Debatte auf, der seit Jahren gesamtgesellschaftlich aus dem Weg gegangen wird und die auch weiter vermieden werden konnte, indem man den Streit verlagerte als Streit um dieses  Wort, deren Benutzer schnell zu Verfassungsfeinden, Ausländerfeinden, Feinden einer multikulturellen Gesellschaft  erklärt wurden. Das Problem blieb bestehen, aber die Liste der nicht mehr benutzbaren Wörter hatte sich verlängert.

Im Grunde geht es bei dem Kopftuchstreit und den daraus folgenden verschiedenen Aufrufen, auch bei dem, den ich mit verfasst habe, (siehe unter „becklash“ www.members.partisan.net/sds/sds06203.html) um den Wunsch, verschiedenartige Bedürfnisse unterschiedlicher Kulturen unter möglichst wenig Einschränkungen für die einzelnen aber unter Beachtung des Grundgesetzes miteinander zu vereinbaren. Dazu gehört genau das:  herausfinden was ist eine Leitkultur?  Gibt es die überhaupt? Lässt sie sich mit religiösen Begriffen fassen oder ist das eine intellektuelle Falle? Bezeichnet sie etwas Wünschenswertes oder Negatives?  Wie ist ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen? Wo kippt die Ausgewogenheit um? Was wird aufgegeben, was wird gewonnen, wenn sich ein Land öffnet, wenn es sich schliesst? Wer fördert die Auseinandersetzungen? Wer behindert sie?

Was genau bedeutet Multikulturalität? Was bedeutet sie auf dem Land, was in der Stadt? Verändert sie die Festtage, das Essen, die Feiern, die Mode, die Familie? Ist Multikulturalität demokratisch?  Welches Verhältnis haben die einzelnen Religionen zur Demokratie? Fördert sie ein Miteinander oder regelt sie nur ein auskömmliches Nebeneinander? Was sagen eingedeutschte Türken zum Holocaust-Mahnmal? Wie sollen sie sich mit der deutschen Vergangenheit befassen? Wie gehen sie mit der deutschen Schuld um? Was wissen sie überhaupt darüber?

In welcher Weise tragen  die organisierten Kirchen zu dieser Debatte bei? In welcher die einzelnen Denkzirkel unorganisierter Frauen? Nimmt unsere Regierung oder nehmen unsere Parlamente  diese Diskussionen auf, die eher in kleinen Gruppen vorgedacht werden? Bei wem tun sie das und bei wem tun sie das nicht? (Hier würden sich viele Überraschungen erleben lassen, wenn jemand diesen Fragen ernstlich nachginge, vor allem könnte man staunen, was alles zur „Familie“ gedacht wird, ohne dass es im Mainstream der Auseinandersetzungen auch nur im Entferntesten landet – wozu ich auch die neuen deutschen fernsehtauglichen Philosophen zähle. Und gerade auf diesem Gebiet finden untergründig die Veränderungen statt, die auch mit diesen interkulturellen Fragen zu tun haben).

In Baden-Württemberg ist nun eine Entscheidung gefallen: Christliche Symbole ja, Kopftücher nein. Das bedeutet unter strikter Vermeidung  des Wortes Leitkultur genau seine praktische Durchsetzung und zwar mit dem Argument, gewachsene eigene Werte vor einer als aggressiv empfundenen anderen Religion zu sichern. Diese Haltung wird angegriffen, u.a. vom Bundespräsidenten, der Gleichbehandlung der Religionen fordert. Die Rede von Rau ist angenehm abstrakt-demokratisch und das Verhalten der Baden-Württemberger ist zwar der Form nach ungerecht, wäre aber konkret-realistisch und mehr als bedenkenswert, wenn sie meinen, dass die Verfassung so am besten geschützt wird. Das gilt es also zu prüfen. Ausserdem vermischt sich die Entscheidung mit nebulösen Definitionen über die Tradition der christlichen Kultur. Die Gleich- oder Ungleichbehandlung der Religionen ist ein so zentrales Argument im Kopftuchstreit, dass zunächst einmal betrachtet werden muss, welche Rolle die christlichen Kirchen in Deutschland und Europa spielen. In der Kopftuchdebatte werden die Interessen der Kirchen mit den Interessen der (noch) christlich definierten Bevölkerung mehr oder weniger in eins gesetzt. Ob das so stimmt, sollte man sich näher angucken.
Es steht tatsächlich für die Kirchen viel auf dem Spiel. Es geht  nämlich darum, ob sich die europäischen Gesellschaften noch als das christliche oder auch offiziell/ öffentlich/ in den Medien  schon als das atheistische Abendland definieren, das es vermutlich realiter ist. Wir haben auf der einen Seite religiös motivierte  Einwanderer und zunehmend sich religiös bestimmende  Staaten ausserhalb Europas. In Europa haben wir hauptsächlich Menschen, denen die Religion zumeist herzlich egal ist und wir haben Kirchen, die aufgrund ihrer Institution und Geschichte noch gesellschaftliche Macht auf sich vereinen.

Die  Abgründe zwischen den noch machtvollen kirchlichen Institutionen einerseits  und den einzelnen Menschen, die deren Macht nicht mehr akzeptieren, werden offensichtlicher. Es wird aber in der allgemeinen Medienöffentlichkeit so getan,  als repräsentierten die Kirchen die ethischen Werte dieser Gesellschaft einerseits und als repräsentierten sie vor allem grosse Teile der Bevölkerung. Davon kann keine Rede sein. Vor allem aber werden die christlichen Kirchen als Gegenspieler aufgebaut zu aggressiven islamischen Religions-gemeinschaften. (Da es bei den Muslimen keine Zentralverwaltung gibt, muss man sich auf einzelne Gruppen beziehen). Das aber ist eine absolute Augenwischerei.  Wenn jemand heute religiösen Fundamentalisten etwas entgegenhalten kann, dann sind es kaum  die Kirchen, sondern aufgeklärte, laizistische einzelne Menschen oder  Gruppen. Zugespitzt kann man sagen, dass auf der einen Seite alle diejenigen stehen, die sich einer patriarchalen (und in ihrer Theorie nie toleranten) Religion verpflichtet fühlen, die sie mit mehr oder weniger Fanatismus im Lauf der Geschichte durchsetzen. Auf der anderen Seite stehen alle anderen, die areligiös sind oder einen nicht-patriarchalen religiösen Hintergrund haben. Im Mittelalter war der Islam toleranter  als das Christentum. Heute scheint es umgekehrt zu sein. Dennoch ist das Christentum keine Religion der Liebe und der Menschenfreundlichkeit, wie oft behauptet wird. Um der Gnade teilhaftig zu werden, muss zunächst mal geglaubt und die eigene Sündhaftigkeit festgestellt werden. A- oder Anders -Religiöse haben grundsätzliche Bedenken gegen die politischen Herrschaftsansprüche aller patriarchaler Religionen und sie haben, man kann es nicht oft genug sagen, Jahrhunderte gebraucht, um den heute herrschenden Status Quo herzustellen und eine zivile Gesellschaft zu ermöglichen. Anders als organisierte Glaubensgemeinschaften haben sie weder materielle Macht noch medialen Einfluss, obwohl sie vermutlich die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren. Es geht also nicht darum, Gleichberechtigung zwischen den verschiedenen patriarchalen Religionen herzustellen, sondern Gleichberechtigung zwischen Religiösen und Nichtreligiösen. Das Verhältnis zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen in Europa war, solange es noch keine Muslime in bemerkenswerter Zahl gab, geprägt von „Leben und Lebenlassen“. Die Bevölkerung ist ziemlich tolerant (oder faul). Es besteht ein gewisses stillschweigendes Übereinkommen darüber, dass die Kirchen ihren Schrecken weitgehend eingebüsst haben. Im Allgemeinen sind die in den Talkrunden sichtbaren Kirchenvertreter angenehme  und tolerante Leute, die die Politik  und die Geschichte ihrer Institutionen leicht vergessen machen. Darum ist die Unterstützung mehr als lau für diejenigen, die den Einfluss der Kirchen für zu stark halten und dem momentanen Frieden nicht trauen. Die GegnerInnen glauben, dass die Kirchen, wenn sie könnten, wie sie wollten, sofort andere Seiten aufziehen würden. Dazu brauchen sie  nur an die vielen Abtreibungstoten in Südamerika zu erinnern oder an das Kondomverbot durch die katholische Kirche in Afrika. In diesem Land aber empfindet man die Kirchen als  gebändigt. Atheisten mögen Priester und Nonnen in Schulen nicht lieben, Kreuze an der Wand nicht schätzen und die Kinder ungern in die Hände religiös Überzeugter  geben, aber für richtig gefährlich werden unsere Kirchenvertreter anders als viele Mullahs nicht mehr gehalten. Der durch ein Kreuz ausgelöste Schrecken  des Sohns einer jüdischen Freundin „Esther, Esther, bei den Christen hängt eine Leiche an der Wand“ wird von den  christlich erzogenen Kindern frühzeitig verdrängt.

Auseinandersetzungen in Glaubensdingen wurden also hier bis vor kurzem relativ gelassen geführt. Dass man in manchen Firmen nur Katholiken akzeptiert oder in manchen auf katholischem Grund stehenden Supermärkten keine Kondome kaufen darf, wird eher für schrullig gehalten. Man wird  auf allen Kanälen gezwungen, sich die schärfsten Verurteilungen der Kirchen zu den Äusserungen von Herrn Hohmann anzuhören, ihre Proteste gegen Antisemitismus, so als sei das für sie eine immer geübte Praxis. Gleichzeitig aber finanziert die evangelische Kirche mit viel Geld die Produktion und den Vertrieb und die Materialien für den Einsatz in Schulen  des Films „Luther“, einer Gestalt immerhin, deren Antisemitismus vollkommen ausser Frage steht und auf den sich die Kirchen jahrhundertlang berufen haben. Ohne den kirchlichen Antisemitismus wäre der nationalsozialistische überhaupt nicht denkbar. Aber die ganze politische Nomenklatura, die sich in endlosen Talkrunden vom Antisemitismus distanziert, sitzt bei der Premiere von „Luther“ in der ersten Reihe und feiert ihn als deutsches „Kulturgut“. Das wird in der Bevölkerung durchaus beobachtet und wahrgenommen, wenn sie auch kaum Gelegenheit bekommt, sich dazu zu äussern.

Es gibt also gut geölte gesellschaftliche Arrangements zwischen Staat und Kirchen. Die christlichen Kirchen betonen heute ihre Toleranz – obwohl es immerhin noch ein paar ehrliche Priester und Kardinäle gibt, die diese durchaus einschränken. Durch die vielen frommen Muslime gerät das  gut geschmierte Verhältnis durch einen neuen Anspruch von neuer Seite ins Wanken. Die Kirchen gelten im allgemeinen gesellschaftlichen Bewusstsein auch mangels anderer Alternativen immer noch für zuständig für den geistigen Überbau:  Für Nächstenliebe, für die Riten, die Ethik. Auch die Nichtreligiösen haben inzwischen das Gefühl, fünfe grade sein lassen zu können. Die mörderischen Zeiten der christlichen Religionsgemeinschaften sind vorbei. Christliche Fundamentalisten wie in den USA, die dort Abtreibungsärzte umbringen, haben wir hier nicht. Von den anderen Religionsgemeinschaften, die es in Deutschland gibt, fühlen sich die Leute ebenfalls nicht bedroht. Sie tragen, vereinzelt wie sie auftauchen,  mit ihren Kostümen und Frisuren eher zu einer gewissen Exotik bei und machen neugierig auf die Weltsicht anderer – mit Ausnahme des Islam, dessen Ausbreitung mit  Frauenfeindlichkeit einhergeht und mit einem gewissen Gruseln beobachtet wird.

Wir sind hier also kein frommes Land mehr, aber wir haben eine  lange kirchliche Tradition. Die prägt auch das Leben der Nichtchristen und Atheisten und die Formen von deren Hochzeiten, Jugendweihen und Beerdigungen. Weihnachten und  Ostern gelten zwar als christliche Feiertage. Aber wir wissen, dass das Christentum nicht ein einziges eigenes originäres Fest geschaffen hat. Die Kirche hat  sich immer schon auf früher vorhandene nichtchristliche Feste als auch Orte draufgesetzt und sie umfunktioniert. Und wer sich dafür interessiert, weiss auch, dass zumindest auf dem Gebiet des heutigen Deutschland das Christentum sich erst nach tausend Jahren wirklich durchsetzen konnte und noch im 14. Jahrhundert beklagte ein Magdeburger Bischof, dass die Wenden immer wieder vom Glauben abfallen und zu ihren Göttern zurückkehren. Durch welche Kriege und Massaker  auch immer die christlichen Traditionen durchgesetzt wurden, jedenfalls haben die Kirchen in diesem Land letztlich die Formen geprägt, in denen wir alle  an Dinge wie Vergänglichkeit, Wiederkehr, an Kreisläufe denken, wie wir Zeit bestimmen, das Jahr gliedern. Die vorchristlichen Bedeutungen sind zwar rudimentär noch vorhanden und treten fast unbewusst wieder mehr in den Vordergrund. Ab Weihnachten werden die Tage wieder länger, darum lässt es sich problemlos feiern. Das Bild von einem Kind in der Krippe dafür ist zwar nicht originell,  aber schadet auch nicht. Es gibt Hoffnung auf Frühling, der dann mit Ostern da ist. Die Wiederauferstehung beginnt. Glaube und Wissen driften nicht auseinander. Allerdings sind auch die Erinnerungen an vorchristliche Riten belastet und können nicht einfach wieder belebt werden. Die germanischen und keltischen Vorzeiten sind von den Nazis schon aktiviert worden und die Beschäftigung mit der Germanenzeit und ihren Göttern muss entnazifiziert werden und darf nicht neuen Nazis überlassen werden. Es ist darum kein Widerspruch oder inkonsequent, dass Nichtgläubige zu Weihnachten gerne in die Kirchen gehen: Sie können dort Musik hören, sie können  das Glück haben, diese in schöner Architektur zu erleben, die unser Bild von der Vergangenheit erfahrbar macht, die Lichter und die Kostüme der Priester und die Gerüche sprechen die Sinne an und befestigen den alten Spruch, dass der grösste Reiz bei vielen Dingen in der Wiederholung liegt. Nicht, was die Geschichte erzählt, ist von Bedeutung, sondern dass sie immer wieder gleich erzählt wird, das man die Melodien kennt,  beruhigt enorm vor dem Hintergrund ständiger Veränderungen und Unsicherheiten. Die Kirchenkritiker heute möchten keine Kirchen zerstören oder in Markthallen umwandeln wie in der frühen Sowjetunion und keine Priester aufhängen wie im spanischen Bürgerkrieg. Sie möchten die Kirchen weiterhin im Dorf sehen und möglichst als einen Platz des Nachdenkens oder Meditierens oder Betens erhalten. Atheismus kann sich durchaus mit Konservativismus verbinden. Wir schätzen also die christlichen architektonischen Stätten, weil sie heute tatsächlich friedliche Orte und  allen zugänglich sind. Wenn sich Leute über Moscheen in Dörfern aufregen, dann ist das vermutlich weniger den Bauwerken gezollt, sondern dem Glaubenseifer, den man fürchtet. Wenn zum Landschaftsbild plötzlich auch Moscheen gehören sollen oder verschleierte Frauen ins Strassenbild, dann ist der Protest dagegen nicht selbstverständlich auf Ausländerfeindlichkeit zurückzuführen, wie manche behaupten, sondern eine Aufforderung an diese Glaubensgemeinschaften, Angst oder Misstrauen zu zerstreuen. Und oft gelingt das ja auch. Wandlung ja, aber keine zu schnelle, das ist das Gefühl. Die meisten Leute verlangen nach Form. Deswegen fahren die Leute, wenn sie verreisen, nicht ins Märkische Viertel, wo es multikulturell ist und deswegen haben unsere Politiker gerne ihren Zweitwohnsitz in der Toscana. Sie wollen in eine Art „geschlossenes Andere“ oder ins „eindeutig Andere“(das gleichzeitig liberal ist und Sicherheit bietet). Die Toscana ist zwar anders als Bayern, aber viel wichtiger ist, was ähnlich ist. Ähnlich ist die Eindeutigkeit. Die Toscana  ist eben nicht multikulturell sondern italienisch-katholisch, in der heute gemässigten Form des Katholizismus. Vermutlich würde auch der Moscheenbau keinerlei Probleme machen, wären sie ähnliche Orte wie die heutigen Kirchen: zum Teil Kunstwerke, zum Teil Andachtsräume und das Drumherum Folklore. Das Kopftuch aber erinnert sowohl an die blutigen Zeiten der eigenen Religion wie auch an die Gegenwart der hier neuen. Darum  ist es an den islamischen Gemeinschaften, vom Gegenteil zu überzeugen. Die Bevölkerungen in Europa scheinen im grossen und Ganzen sowohl mit ihren eigenen Kirchen einen toleranten Umgang zu pflegen als auch mit anderen fremden Kulturen. Dass die Frauen der türkischen, afghanischen, arabischen Männer so wenig bei normalen einheimischen Ereignissen  auftauchen, in ihrer Bewegungsfreiheit häufig eingeschränkt  und isoliert sind, die Gastsprache nicht sprechen, nicht das Ihre zum Allgemeinen beitragen, liegt nicht nur  an der Hartherzigkeit der europäischen Eingeborenen und ihrer mangelnden Integrationsfähigkeit, sondern ist eben auch und vielleicht sogar in erster Linie Ausdruck der durch die Religion sich verschärfenden Frauenunterdrückung. Wo diese keine Rolle spielt, ist auch die Kommunikation meist da. Gleichbehandlung der Religionen zu fordern, solange die Religion nicht die europäischen Verfassungen akzeptiert bzw. für alle sichtbar Rechte für Frauen, ist der pure Kitsch.

So lässt sich zu diesem ersten Komplex vielleicht zusammenfassend sagen, dass das interkulturelle Zusammenleben ohne die Religionen weitgehend  reibungslos verläuft und man bei Konflikten  das Gefühl hat, sie lösen zu können. Kommt aber die Religion ins Spiel und damit komme ich zum zweiten Komplex, wird die Sache schwieriger.

Die zwei verschleierten Frauen, die auf dem Wochenmarkt in Kreuzberg Anfang der achtziger Jahre noch eine Attraktion für BerlinerInnen und Touristen waren und einfach durch ihr Dasein eine Geschichte vom „tiefsten Anatolien“ erzählten, die es aus fast mittelalterlicher Isolation nach Berlin verschlagen hatte, haben sich heute unglaublich vermehrt. Wie man hört, machen neuerdings  15jährige türkische  und arabische Jungen ihren Jeans tragenden Müttern Vorschriften, wie sie sich ordentlich zu kleiden haben. (9.12.03 ARTE-Themenabend) Ich  habe noch die Bilder der Frauen vor Augen, die nach der iranischen Revolution zu Zehntausenden für ihre Freiheitsrechte demonstrierten, wozu auch die Freiheit gehörte, keinen Schleier  tragen zu müssen. Sie waren die ersten, die sterben mussten.  Ihnen wurde auch nicht von den „demokratischen“ Männern geholfen, weder von ihren eigenen noch von denen im Westen, die hier die Medienmacht vertraten. Obwohl die Frauendemonstrationen die grössten waren, die wahrscheinlich weltweit von Frauen je durchgeführt wurden, gab es, wenn überhaupt, in den westlichen Medien darüber nur kürzeste, vollkommen uninformative Berichte, die mit einem gewissen Augenzwinkern darüber hinweggingen, dass es bei diesen Demonstrationen für die Frauen buchstäblich um Leben und Tod ging. Schon damals gab es eine heftige Kontroverse über die Schleierfrage unter europäischen Intellektuellen, wobei die meisten linken Männer die Position vertraten, dass man sich nicht in die inneren revolutionären Angelegenheiten einmischen dürfe und „wo gehobelt wird, da fallen Späne“. Die einzigen, die damals öffentlich für die Frauen Partei ergriffen, waren versprengte Feministinnen. Eine Frauenbewegung gab es damals schon nicht mehr, die sich politisch eingemischt hätte.

Erschwert wurde die Debatte,  weil auch in dieser Frage, ähnlich wie bei den Beschneidungen in anderen Ländern, einige Frauen sich jede Einmischung von aussen verbaten. Für sie war der Schleier kein religiöses Symbol, sondern ein politischer und souveräner Ausdruck ihrer antiimperialistisches Haltung . Das interessierte allerdings die Mullahs nicht und wenn den Frauen ihr Leben lieb war, war davon auch bald nicht mehr die Rede. Das Misstrauen gegen den Schleier hat also eine Geschichte, an die sich die Älteren von uns noch ganz gut erinnern können. Im Iran wurde der Schleierzwang religiös begründet  und die Religion diente dazu, den Frauen die politischen Rechte zu entziehen. Und es war sehr schnell zu erkennen, dass sich die ganze machthabende Welt schnell mit diesem Zustand arrangierte. Die Frauenbewegung hatte sich aufgelöst, deren Reste befassten sich, zunehmend akademischer werdend mit Gendertheorien, wobei sich das Los der realen Frauen weltweit rechtlich und materiell verschlechterte, aber nicht mehr Gegenstand allgemeiner Anteilnahme war.

Im Iran konnten wir im Fernsehen die jungen Männer sehen, die als Religionspolizei Jagd auf Leute machten, die noch nicht gleichgeschaltet waren. Vor allem ihre Jagd auf Frauen. Gerade in Deutschland lag der Vergleich nahe, dass sie sich benahmen, wie Faschisten, wie SA im Einsatz. Dumm, dreist und mit offizieller Erlaubnis gewalttätig. In den vergangenen zwanzig Jahren konnten wir sehen, auch wenn es erst zur Begründung des neuen Afghanistan-Krieges ein ernsthaftes Medienthema wurde, wie Frauen unter der Burka sogar noch mehr Rechte verloren als es im Iran geschehen war, was wir damals schon als Höhepunkt der Unterdrückung sahen. Wir irrten uns. Es war schlimmer in Afghanistan.

Darum erweckt die Lehrerin Frau Ludin Misstrauen, Angst und Widerstand und es ist legitim, sie zu fragen, ob sie ihr Kopftuch wirklich nur aus persönlicher, religiöser Überzeugung trägt, oder ob  sie die Spitze des Eisbergs ist, um frauenunterdrückerische Zustände auch hier schleichend einzuführen? Vielleicht hat sie von den Stalinisten gelernt, denen beigebracht wurde, einen marxistisch-leninistischen Mathematikunterricht zu leiten. Die Gesellschaft  wiederum hat aus den siebziger Jahren gelernt, dass sie vorsichtiger sein sollte mit der Anwendung der Berufsverbote nur aufgrund der Vermutung der Verfassungsfeindlichkeit. Möglicherweise ist Frau Ludin eine Demokratin.  Aber die Beweislast liegt bei ihr, angesichts der Erfahrungen mit Gesellschaften, die Frauen oft unter Androhung der Todesstrafe dazu zwingen, das Kopftuch zu tragen und Frauen dazu bringen, ihre Unterwerfung auch noch gut zu heissen. Möglicherweise ist ihr die Angelegenheit auch einfach über den Kopf gewachsen. Vielleicht wollte sie ohne grosses Nachdenken das Tuch benutzen und findet sich jetzt im Mittelpunkt einer  Kontroverse, die sie nicht bezweckt hat. Das mag peinlich sein, aber nun steckt sie drin und kann es sich nicht mehr anders aussuchen. Sie  - und andere mit gleichem Anliegen -  ist jetzt, ob sie will oder nicht, eine Symbolfigur. Sie ist, ob sie will oder nicht, inzwischen Vorbild  oder Schreckbild für andere junge Mädchen, eindeutig  aber ist sie Vorbild für die mächtigen Männer ihrer Religion, weil sie kämpferisch für das eintritt,  was die  von Frauen erwarten. Väter, die ihre immer jünger werdenden Töchter unter das Kopftuch zwingen, können sich auf sie berufen. Sie muss wissen und sich dazu äussern, ob sie sich zu diesem Vorbild von diesen Vätern machen lassen will oder wie sie das verhindern will. Sie ist auf keinen Fall ein Opfer ausländerfeindlicher Diskriminierung und religiöser Intoleranz, sondern möglicherweise wider Willen inzwischen in einer exponierten Situation, in der man sie (wie übrigens  aus anderen Gründen Herrn Hohmann) auffordern kann, Stellung zu beziehen.

Das Kopftuch als religiöses Symbol ist durch die jüngere Geschichte derartig belastet, dass es wirklicher Anstrengung bedarf, es nur als harmloses,  persönliches Attribut betrachten zu können. Würde jemand heute und hier mit dem Hakenkreuz herumlaufen, das für sich betrachtet auch nur ein weltweit verbreitetes unschuldiges Sonnensymbol ist,  müsste diese Arbeit auch geleistet werden und seine Verwendung würde vermutlich nicht gestattet, um den innergesellschaftlichen Frieden nicht zu gefährden. Zumindest nicht in den nächsten hundert Jahren. Es mussten zu viele Frauen ihr Leben lassen, weil sie das Kopftuch nicht tragen wollten. Und darum ist das Kopftuch eben heute nicht zu vergleichen mit dem Dutt der Sikhs, der Glatze von Buddhisten, der Kippa  oder der Soutane.

Einen weiteren Aspekt sollte man vielleicht auch noch beachten. Es gibt ja überall Kleiderordnungen. Nicht jede, jeder kann alles, darf alles, wie in manchen Artikeln über die sogenannte „Dominanzkultur“ gegen „unterdrückte Kultur“ uns weisgemacht werden soll.  In vergangenen Jahrhunderten wurden Kleiderordnungen  weltweit weitaus strenger befolgt und bezogen sich praktisch auf jede Lebenssituation in jeder Schicht. Sie legten definitiv fest, welche Farben, Stoffe, Schnitte von welcher Bevölkerungsschicht zu welchem Anlass getragen werden durften. Auch heute gelten diverse Kleidervorschriften: Soldaten müssen Uniform tragen, ob sie wollen oder nicht. Beim Militär ist schnell der Bart ab, mag  er auch ein religiöses Symbol sein. Feuerwehr, Kellner, Pfarrer, Angehörige bestimmter Firmen, Piloten, Politessen, Stewardessen, mögen ihnen die Sachen nun gefallen oder nicht, tragen beruflich, was die Leitung festgelegt und im günstigsten Fall mit dem Betriebsrat abgestimmt hat. Wäre die Auseinandersetzung ähnlich, wäre Frau Ludin nicht Lehrerin, sondern Pilotin?

Nach der ganzen Schelte muss nun aber auch gesagt werden, dass das Kopftuch eben auch und immer noch ein Stück Stoff ist, ein Teil verschiedenartigster Moden. Warum soll darauf verzichtet werden? Warum es nicht massenhaft benutzen?

Das Interessante an Kopftüchern ist ihre potentielle  Ausdrucksstärke und den Mut, den es erfordert, sie auf verwegene Weise zu tragen. Was dabei im einzelnen „verwegen“ ist, ist in hohem Masse abhängig von der Mode oder der Sitte. Die Kopftücher von Städterinnen sind modische, meist ironische  Zitate. Sie erinnern  an das Landleben verschiedenartigster Völker, an die fromme Kirchgängerin, die Vespafahrerin der fünfziger Jahre,  die ideale Hausfrau, das junge Mädchen mit Petticoat usw.  Das Kopftuch war auch die jugendliche und flotte Alternative zum lange noch üblichen damenhaften Hut, der zwar zu Hause abgesetzt, aber bei Gastgebern, im Restaurant oder Kino aufbehalten wurde. Orientalisch bestickte Tücher  erlebten in den Siebzigern in der alten BRD einen gewissen Boom und fügten den bisher üblichen Moden des Kopftuchtragens neue hinzu. Damals glitzerten nicht die Türkinnen mit den Pailletten am Saumrand oder mit kleinen Seidenbommeln, sondern die ersten Esoterikerinnen trugen diese Tücher und die weiblichen Pendants der Haschrebellen. Das waren auch Anleihen aus dem Orient, aber lebenslustigere als die straff sitzenden Tücher in ihren Nichtfarben.  Sie rehabilitierten das geschmähte Kleidungsstück. Denn Kopftücher hatten bei den meisten Frauen ihre Attraktivität gründlich eingebüsst durch verschiedenartigste  unangenehme Erinnerungen, die sich für jedes Alter  spezifizieren liessen.: Erinnerungen an die Frauenlandverschickung, den Arbeitsdienst, an Bombennächte, an Flucht und Vertreibung, an die Trümmerfrauenzeit, den Kirchgang in katholischen Gegenden, an die Hochzeit und den dazugehörigen Schleier. All diese Ereignisse hatten ihre speziellen Tücher und Bindetechniken. Nun wurde es wieder entdeckt als spielerisches, erotisches, glänzendes, duftiges Kleidungsstück.

Und  darauf würde ich erstmal praktisch setzen und kompromisslerisch darauf hinwirken , dass sich das Problem alleine erledigt. Es müssten nur ein paar Leute mit Witz,  modischem Geschick und Liebe zur Anarchie den Anfang machen.

Vor allem denke ich dabei an die Solidarität junger Männer. Es gab eine Zeit, als sie modisch wirklich Avantgarde waren: Sie räumten mit dem auch für sie vorgesehenen und schon von Vätern und Grossvätern ererbten Militär-Gefängnis-Schulschnitt  gründlich auf.  Sie erfanden zuerst den Pilzkopf und dann als Sensation den Irokesenschnitt.
Auch damals gab es grosse Debatten um den Untergang des Abendlandes. Heute wäre politische Solidarität, in den Schulen Vielfalt  zu schaffen, die die religiöse Einfalt jeder Couleur neutralisiert. Eine Klasse, in der buddhistische Glatzköpfe neben rechten Glatzköpfen, eine religiös verschleierte neben einer modisch verschleierten, ein Irokesenschnitt neben einem bezopften Indianer sitzt wäre ein hübsches Bild für die positiven Seiten der Globalisierung. Eine Alternative zu Schuluniformen, die vielleicht das Problem auch entschärfen könnten und ausserdem den Konsumterror minimierten.

In diese Richtung  weiterzudenken, scheint mir anregender und weniger kleinlich. Denn obwohl ich wie gesagt, gegen religiöse Symbole bin, kommt es mir auch schäbig vor, jungen Frauen und Mädchen etwas zu verbieten, worauf zurückzugreifen ihre Kultur ihnen problemlos ermöglicht und ihnen sogar einen gewissen Schick verleiht.

Im Grunde bleiben als wirkliche Herausforderung und ernsthafte Gegner  die Männer, die ihre jungen und halbwüchsigen Töchter , Frauen und Schwestern zum Tragen religiöser Symbole zwingen wollen, womit sie gleichzeitig unter die Herrschaft der Männer gezwungen werden. Hier bin ich für rigoroses Durchgreifen. Es ist Aufgabe der verschiedenen offiziellen Stellen, dafür zu sorgen, dass  auch die Frauen der Einwanderer unter dem Schutz des Grundgesetzes stehen und die Freiheit haben, ihre eigenen Entscheidungen entwickeln zu können. Der Begriff der Interkulturalität bezieht sich auch auf das Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

Januar 2004