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Historiker
Interview mit Rainer Langhans
Aus Martin Klimke und Joachim Scharloth,
'1968. Ein Handbuch zur Kultur- und Mediengeschichte', erschien 2006 im Boehlau
Verlag.
Das Herz der Revolte - 1968 und der subjektive Faktor
"Die
Mitglieder der Kommune I sind ja zunächst angetreten, um sich selbst zu
verändern, ihre bürgerliche und kapitalistische Prägung zu überwinden
und sich in eine „Kohorte der zärtlichen Liebe“ zu verwandeln. Ihr habt
aber sehr schnell den Schritt nach draußen gemacht, mit Euren Aktionen
die Öffentlichkeit gesucht. Ist das nicht ein Widerspruch?"
(ironisch) "Na ja, wir hatten damals schon den Eindruck, es ginge um
Alle und Alles, um Politik. Es ging also nicht nur um uns selbst. Wir
spürten, dass wir leben wollten und könnten: der Geist von 68. Aber da
war dieses böse Gen in uns, das das unmöglich machte – und das wir auch
weitertragen würden. Um es ganz direkt zu sagen: dass wir nicht
glücklich sein und lieben können, denn wir leben auf Leichenhaufen!
Unsere Eltern haben das angerichtet und keiner wußte, wie man damit
leben kann. Aber wir konnten unsere eigenen Eltern nicht direkt
angreifen deswegen. Das kannst du nicht, weil du dich selbst damit
vernichtest. Das ist wie eine Beißhemmung. Keiner konnte das und keiner
hat das getan von uns. Denn von deinen Eltern hast du dein Leben und wie
man lebt. Du mußt sie 'lieben'. Andererseits hatten sie dieses
gigantische, mörderische Feld errichtet und auch das versperrte uns zu
leben. Es ist das Problem der Täterkinder, das verständlicherweise bis
heute keine richtige Rolle spielte. Wir versuchten es damals über den
Angriff auf das elterliche 'System', auf dieses Feld, das uns noch
fruchtbar schien. Das war wenigstens nicht so persönlich. Wenn sich das
Feld bessert, indem dieses Schreckliche darin entweder neutralisiert
oder irgendwie sogar zum Guten gewandelt wird, dann wären wir persönlich
gerettet. Die Kommune war die einzige Gruppe, die das wenigstens
ansatzweise als nicht ausreichend durchschaut hat. Hat dann ja auch
nicht gereicht. Wir mußten anders an das entscheidende Persönliche
herankommen, denn das System kommt aus den Menschen. Es blieb uns also
nur übrig, uns selbst anzugreifen. Und das haben wir massiv getan. Jeder
Einzelne ist in der Kommune 'zerstört' worden, nachdem er angegriffen
worden ist wegen seines 'Bösen', seiner Bürgerlichkeit und seiner
'autoritären' Veranlagung. Und wegen dieser wirklich schrecklichen
Angriffe wurden wir von unseren Genossen 'Horrorkommune‘ genannt. Dieses
Marathon-Encounter dauerte übrigens fast drei Monate. Auf der Basis
dieser Erfahrungen erst sind wir an die Öffentlichkeit gegangen. Das
hieß dann: 'Das Private ist politisch' oder 'das Persönliche ist
politisch'."
"Du hast die Nazivergangenheit der Elterngeneration angesprochen.
Ist ihre Tabuisierung auch ein Grund für die Lust am Reden, die in der
Achtundsechziger-Bewegung so verbreitet war?"
"Oh ja. Wir hatten
zum Beispiel Freunde, die waren Aktive und deren Väter waren richtig
hohe SS-Leute. Die konnten nicht mit ihnen darüber reden. Ihr 'Kampf
gegen das System' half ihnen da nicht und Einige sind daran später
kläglich eingegangen. Wir lebten in einer Welt, die schwieg und nicht
mit uns sprach. Das gab uns, besonders in Deutschland, dieses für ‚1968‘
so typische Gefühl, dass irgendwie etwas nicht stimmt und dass die Welt
anders sein kann – oder muß. Wir hatten wirklich das Gefühl, nicht
lieben zu können, nicht leben zu können, weil wir so lieblos, so
bürgerlich und autoritär geprägt waren. Heute glaube ich, dass daher
auch mein Gefühl kam, ein 'Kuckuckskind' zu sein. Dieser Vierjährige
reagierte damit auf das
mörderische Feld, in dem er aufwuchs. Und wie willst Du das überwinden
in einer Welt, die schweigt, nicht mit Dir redet, wo also ein ganz
starkes Tabuisierungsgefühl vorherrscht? Du kannst es nur dadurch tun,
dass Du versuchst, eine neue Welt aufzufinden, und die kann man zunächst
nur weniger materiell als vielmehr geistig errichten, also durch das
Bauen von Luftschlössern. Dazu folgten wir den Bildern, die wir in
unserer 'Unruhe' vorfanden und haben dann versucht, diese neue Welt im
Reden zu konkretisieren und schließlich dann in Taten umzusetzen. So
sind unsere ersten Aktionen entstanden. Sie waren eigentlich keine
Angriffe auf das System, sondern auf unsere eigenen Ängste."
"Was war denn 68 für Dich demnach?"
"Das sind übrigens alles Nachgedanken. Damals konnten wir nicht so
nachdenken. Alles war Aktion.
'Aufklärung durch Aktion', wie Rudi Dutschke das nannte. Ist es
eigentlich auch heute. Jeder denkt, wie er lebt. Auch über 68. Er
erzählt sich seine Geschichte fortlaufend neu, seinen 'Mythos'. Für mich
war, also ist, 68 eine kurze Vision dieses Neuen, ein Wetterleuchten,
eine Morgenröte, ein Quantensprung ins Virtuelle, das Fieber des großen
Jetzt. Das war so stark, dass wir alles und sofort für möglich hielten.
Und die Deutschen mußten sich dem am weitesten öffnen, weil sie die
Bösen waren, die dringend etwas Gutes werden wollten. Die Kommune war
das Herz der Suche nach diesem 'Guten' unter den Jungen, denn sie
beschäftigte sich vehement mit dem dazu
notwendigen Inneren. Sie sah daraufhin die Welt mit neuen Augen -
und das rief zu ihrer Überraschung harsche Reaktionen hervor:
'Terroristen'! oder 'Spinner!' Nach einiger Übung genoß die Kommune das
und setzte es bewußt ein. Politik beschäftigte sich mit dem 'Privaten',
dem Unbewußten, sie war 'subjektiv'. Sie wird dadurch eine 'Wissenschaft
der ersten Person'. Jede Wissenschaft war bisher die der dritten Person,
'objektiv': des Körpers und der Materie. Heute stecken wir noch in
dieser verdeckten Arbeit am Inneren, die damals begann, um das eines
Tages auch außen leben und uns sagen zu können. Und das dauert lange,
weil es eine so große Umwälzung ist."
"Aber das ist doch keine Wissenschaft! Für uns als Historiker ist
das unmöglich! Wie will man das auch machen? Man muß doch das Äußere
beschreiben, objektiv sein."
"Wenn man davon nicht auf das Innere wenigstens schließt, dann sagt man
zunehmend nichts. Die alte Wissenschaft wird eine tote Sprache sein. Sie
hat ihre Arbeit getan: Wir können, ihr aufruhend, endlich 'geistige'
Wesen sein. Viele fürchten sich davor und man muß sich darauf gefaßt
machen, dass einer wie ich vom Herzen geheim geliebt und vom Verstand
des gleichen Menschen gnadenlos bekämpft wird. Weiß ich um die stärkere
Liebe, kann ich mit dem Haß umgehen. Die Kommune wußte: Je schlimmer sie
gegen uns sind, desto besser!"
"Ihr habt doch diese Medienstrategien entwickelt dazu. Erschöpfen
die sich nicht nach einiger Zeit? Die Medien saugen einen doch aus und
werfen dich dann weg?"
"Wenn es nur Strategien der Aufmerksamkeit sind, dann gehen sie nur
einmal. Der Erste räumt ab. Es ist aber mehr: das Neue der 'permanenten
Revolution'. Verfestigungen, Institutionalisierungen heißen Rückfall in
die Materie und werden von den Medien nicht genommen. Die Medien sind
als Infodealer die Hauptträger. Ihr Intellektuellen habt zuviel Angst
vor ihnen! Ausgerechnet Ihr, die sie für den Transport und die
Multiplikation Eurer geistigen Güter nützen müßtet."
"Nein, die Kommerzialisierung vernichtet die Inhalte! Vor allem ist
ungut, dass es Entertainment sein muß!"
"Warum traut Ihr Euch keine höhere Unterhaltung zu? So bleibt es immer
die materielle Wirtschaft, die unsere Globalisierung beschränkt und
'böse' nutzt. Wir haben eigentlich die 'Macht'. Schon heute schickt uns, den
'Szenen', die Wirtschaft ihre Trendscouts hinterher, um 'richtige'
Produkte aus den neuen Lebensgefühlen, dem Virtuellen, zu machen. Warum
sind wir uns dessen nicht bewußter und steuern das selbst? Weil wir noch
verborgen bleiben müssen. Abwarten! Deshalb könnt Ihr als Historiker
auch 68 nicht beschreiben: seinen 'Geist'. Dazu müßtet Ihr in die erste
Person. Und die gibt es noch nicht als politisches oder
wissenschaftliches Subjekt. Ihr dagegen müßt für den Verstand, den alten
Kampfpanzer - oder die Krampfhenne, je nachdem - schreiben. Und deshalb
seid Ihr auch nicht attraktiv für die Medien, die Verstärker der ersten
Person sind. Aber ich vermisse schon ein wenig subjektiven Schimmer..."
"Du sagst 'permanente Revolution': Habt Ihr das von der chinesischen
Kulturrevolution abgeleitet?"
"Ja, wir
fanden das gut, dass die permanente Revolutionierung der Revolutionäre
versucht wurde von Mao,
dass das permanente Revolution hieß. Es gibt nicht nur die Revolution
und alles ist gut, sondern uns faszinierte die Vorstellung, dass die
Revolutionierung der Beteiligten immer weitergeht. Dieses Prinzip
erschien uns als Theorie und in gewisser Weise auch in der Art, wie von
Mao nach unserer damaligen Kenntnis vorgelebt, entscheidend richtig.
Denn eine Revolution, die nur ein Putsch des äußeren Machtsystems ist -
das hatten wir ja schon alles bei Stalin gesehen oder bei Lenin - das
ist alles Quatsch. Das chinesische Modell der 'Kulturrevolution'
erschien uns als das richtigste und fortschrittlichste revolutionäre
Modell, das noch dazu ja auch gelebt wurde. Dass es gerade die Jungen
waren, die die alten Kader wieder auf Trab brachten und die verfestigten
Strukturen des sogenannten maoistischen Sozialismus aufbrachen, das hat
uns beeindruckt. Und das empfanden wir als genau das, was auch wir
vorhatten: die Praxis der Kommune, die ja auch bei den Chinesen so hieß.
Wir dachten, dass man in einer ständigen Umwälzung, einer beschleunigten
und gewollten Veränderung, wirklich eine bessere Welt herbeiführen
könnte. Ging schief in China, schien aber schön zunächst. Wir dachten,
diese selbstrevolutionierende Arbeit könnte man schon zusammen und außen
machen. Zu früh. Auch Vision erstmal, damals. Heute nennt sich das
individualisiert lebenslanges Lernen, Selbstverwirklichung oder Ich-AG."
"Wieso konntet ihr durch euer Auftreten so eine breite
Aufmerksamkeit gewinnen?"
"Oh, das war eigentlich sehr einfach. Sie beruhte auf unserer
merkwürdigen Außenwirkung, die wir aber erst mal gar nicht so bewusst
inszeniert haben. Nach unserer Klausur haben wir die Welt mit anderen
Augen gesehen und uns endlich 'normal' gefühlt. Wir haben gesehen, dass
diese Verhältnisse irgendwie nicht stimmen, dass das nicht so sein muss,
dass das alles auch anders sein kann, eigentlich anders sein müsste,
weil das doch gar nicht normal ist, wie die Leute sich aufführen. Also,
zum Beispiel: Die Haare ein bisschen länger haben. Ich habe damals
eigentlich noch ganz kurze Haare gehabt, aber ein bisschen länger, als
üblich war, und ich kann Dir sagen: Die Reaktionen waren ungeheuerlich.
Und das hat uns interessiert und wir haben uns diese Reaktionen ganz
genau angeschaut. Wir haben dann schnell rausgehabt, worauf die anderen
reagieren und haben das dann ausgebaut. Die Kommune hat sich da
besonders ausgebildet, sie hat sich eine Art Spezialistenausbildung
verordnet. Sie sah so viel mehr noch als die anderen Studenten, und wir
haben das weidlich ausgenutzt, dieses Sehen. Dazu haben wir die
Bildzeitung gelesen. Die Bildzeitung hat ganz genau gewußt, wie das
Unbewußte der Leute funktioniert. Wir haben, wenn du so willst, mit
denen daran gearbeitet, diese ganzen Geschichten sichtbar werden zu
lassen. Wir handelten nach einem Prinzip, das, auch von Marx kommend,
eigentlich ein psychologisches Prinzip ist: 'Du mußt den Dingen ihre
eigene Melodie vorspielen und sie werden zu tanzen beginnen.' Und wir
wollten sie zum Tanzen bringen, weil wir fanden, dass das alles
untänzerisch ist. Die standen da alle nur stramm in der Gegend rum wie
Soldaten usw. und haben gelegentlich mal um sich geschlagen. Aber die
waren alle erstarrt, die waren in Körperpanzern eingesperrt. Wir fanden,
da muss Leben rein. Wir wollen doch in einer Welt leben, in der es
lebendig zugeht! Uns war klar, wenn wir da was tun, dann werden die
zuschlagen. Die Anderen, das waren Leute, die in erstarrten Komplexen
und angehaltenen Energien rumstanden und dauernd nur aufpaßten und Angst
davor hatten, ein Lebenszeichen von sich zu geben. So empfanden wir
diese Leute. Und deswegen haben wir erst mal versucht, miteinander in
kleinen Gruppen, intern und bei kleineren Demonstrationen draußen,
lebendiges Verhalten auszuprobieren, immer für uns selbst. Und an den
Reaktionen der anderen haben wir gesehen, welche Ängste sie hatten und
haben das natürlich gezielt 'antiautoritär' eingesetzt. Nur, wie gesagt,
und darauf bestehe ich immer wieder, gerade auch bei Euch, die Ihr
darüber schreibt: An allem Anfang ist eine Art von Grundgefühl, dass es
anders sein kann und dass das besser ist und dass es eigentlich lebendig
ist und dass diese andere Welt, in der wir auch aufgewachsen sind,
irgendwo völlig davon entfernt ist, völlig daneben, also völlig
unlebendig und völlig unnatürlich und pervers. Also nicht 'anti' oder
'außer' oder Gewalt 'gegen' etwas. Wir haben dann natürlich als schlaue
Leute, als Intellektuelle, also als Studenten in die Geschichte geschaut
und in allen Büchern, die existierten, nachgesehen: Wo könnte man was
dazu finden? Wer hat sich damit schon mal beschäftigt? Besonders
natürlich Rudi, der das extrem gemacht hat. Und das waren dann eben die
frühen, die nichtgelebten Sozialisten. Man hat gezielt danach gesucht,
denn man wollte irgendeine Entsprechung für dieses unser eigenartiges
Gefühl, diese allen gemeinsame 'Unruhe' weltweit, finden. Der Verstand
will ja verstehen. Es gab keine konzise Theorie oder einen Theoretiker
oder sonst was. In Berlin waren Adorno, Horkheimer und Marcuse nicht
annähernd so wichtig wie für die Frankfurter, die vor denen immer
rumgekrochen sind und dadurch nie was gemacht haben. So sahen wir das in
Berlin, der 'Hauptstadt der Bewegung'."
"Habermas hat der Studentenbewegung ja vorgeworfen, ihre Aktionen
seien allerhöchstens scheinrevolutionär, weil sie eben nur symbolisch
seien."
"Ja, später, als alles vorbei, 'gescheitert' war. Damals aber, als wir
Einiges versuchten, da bekam er es mit der Angst zu tun und warf uns
‚Linksfaschismus‘ vor! 'Scheißliberale' nannten wir das. Habermas konnte
nicht sehen, dass die Achtundsechziger-Bewegung eine Revolution zum
geistigen, also 'symbolischen' Menschen hin gewesen ist. Deswegen hat er
sie 'nur symbolisch‘ genannt.
Bei unseren Kritikern heißt es daher bis heute: Das ist ja keine
richtige Revolution, da ist kein Blut geflossen! In jeder richtigen
Revolution muss Blut fließen oder die
Dinge müssen sich bewegen,
etwa wie durch die Umwälzung der Produktionsverhältnisse. Die
Achtundsechziger-Bewegung hat gesehen, dass zum ersten Mal in der
menschlichen Geschichte die Chance besteht, einen neuen Menschen zu
schaffen, der sich in seinem Leben nicht mehr primär um sein
grobstoffliches Überleben sorgen muss. Wir konnten also aus unserer
tierischen Vorgeschichte aus- und in eine menschliche Geschichte endlich
eintreten, in der nicht mehr das Überleben des Körpers, sondern das
Leben des Geistes Hauptgegenstand unserer Aufmerksamkeit ist. Denn es
ist das erste Mal, dass zentraler Rohstoff der Gesellschaften weltweit
zunehmend Information ist, kein grober Stoff mehr. Unser langsamer
Verstand hat das noch nicht erfaßt. Wir tun so, als ob wir noch
kriegerische Tiere seien, die sich gegen ihre Feinde in einer Welt des
Mangels behaupten müßten. Sind wir aber nicht mehr! Wir sind 'geistige'
Wesen. Wir sind Fülle! Wir sind Liebe! Aber das können wir einfach noch
nicht glauben. Und das konnten damals nur die Jungen so empfinden und
deswegen richtig aufnehmen. Da war die Kommune, meiner Meinung nach, das
Herz - und das Fortgeschrittenste überhaupt damals. In der linken
Revolutionstheorie war das Geistige nur der Überbau, also eine
abgeleitete Funktion von den Dingen, von den Verhältnissen. Und eine
'geistige' Revolution war Herrschaftsideologie für sie. Das war richtig,
bis diese neue 'geistige' Welt des Virtuellen uns zunehmend zu prägen
begann. Die Kommune hat das 'gesehen' und hat daher auch auf den ganzen
alten, theoretischen Apparat verzichtet. Wir fanden das alles läppisch,
das ganze Rudi Dutschke-Gerede, diesen ganzen Scheiß von den 'Massen'.
Wir meinten, wir müßten die Herzen verändern. Und die kann man nur
verändern, indem man in die Herzen hineingeht. Zunächst in die eigenen!
Und die Herzen sind ja nicht physisch... Auch das Unbewußte gehört dazu.
Dann vor allem die Sexualität, die Beziehung zwischen Mann und Frau, zu
den Kindern. Wir haben das Ganze von den Füßen in das Herz gestellt.
Also, der Mensch muss sich verändern, der Mensch muss sich umkehren und
zwar als Ganzes, als liebesfähiges Wesen, das nur durch Liebe eigentlich
überleben, leben kann. Es
reicht überhaupt nicht, die Verhältnisse zu ändern, das ist doch nur
Oberflächengekratze. Das sahen wir ja schon an der DDR: Die haben ja
schon die Produktionsverhältnisse umgewälzt. Und was kam da raus?
Autoritäre Arschlöcher, mit Verlaub."
"Wo waren die Grenzen dieser spielerisch daherkommenden
Herausforderungen an das System? Ein Gefängnisaufenthalt ist ja alles
andere als symbolisch."
"Es gab keine Grenzen. Wir wollten dafür unser Leben einsetzen, weil das
alte Leben nicht mehr ging. Deshalb haben wir ja auch Kommune gemacht.
Ich finde, das ist verdammt konkret! Das ist so konkret, dass solche
Angsthasen wie Rudi Dutschke und andere sich davor gefürchtet haben, das
mitzumachen. Das hat sie überfordert, weil das so konkret war, wie ein
Wirtschaftssystem nicht konkret ist. Da kannst Du immer noch sagen: Ja,
das ist da und ich bin hier. Ich mache hier was, und ich habe da noch
meine Privatsphäre. Aber in diese Kommune reinzugehen, diese Veränderung
mitzumachen, das war weit konkreter und weniger symbolisch als irgendwas
anderes! Wir wollten etwas Virtuelles erreichen, und das kann man nur
mit virtuellen Mitteln. Ich wußte: Würden wir wieder zu sehr in die
Materie einsteigen, dann würden wir das verfehlen. Und das ist ja der
Vorwurf, den ich meinen Genossen mache: dass sie reingeraten sind in
diesen Krieg, in einen sehr materiellen Krieg gegen die alten
Verhältnisse, Gegengewalt genannt. Reingeraten, weil sie nicht sich, ihr
Privates, sondern nur das Äußere, die Verhältnisse, revolutionieren
wollten? Und ein Krieg, von dem ich wußte, dass sie ihn sowieso nicht
gewinnen können. Denn ich war auch mal Soldat gewesen - auch deswegen
wußte ich es. Jedenfalls war mir klar: Wenn Du gewinnen willst, dann
mußt Du es virtuell oder symbolisch tun! Nur so sind wir neu, eben nur
so sind
wir. Und deswegen waren wir so 'symbolisch' und nach den alten
Kriterien so läppische Revolutionäre. Die Situationisten waren die
einzigen, die sowas wie eine virtuelle Revolutionstheorie entworfen
hatten: Es geht um das bessere Spektakel, das wir bieten."
"Für Euch waren daher die Medien von besonderer Bedeutung.
Einerseits hatten Journalisten ein großes Interesse an Euch,
andererseits habt Ihr Euch auch mediengerecht inszeniert. Konntet Ihr
noch unterscheiden zwischen realem Leben und Inszenierung?"
"Uns war das sehr bewusst, dass wir Bilder stellen, die
faszinierenderen. Und wir wußten, dass es Bilder sind, Bilder ihres
Unbewußten. Wir wollten das und sie mußten darauf reagieren. Später
würden sie sehen, dass es um mehr geht als darum, seine sexuelle
Verklemmung loszuwerden. Wir wußten aber auch, dass wir noch andere
Dinge machen und suchen, als diese Bilder sagten. Wir haben im Austausch
mit den Medien gelernt, wie man sie benutzt, so dass sie die Bilder
transportieren, die wir wollen. Das gab's bis dahin ja noch gar nicht.
Wir waren die ersten Popstars, auch Politstars, die es je in Deutschland
gegeben hat. Gut, wenn man jetzt mal von Hitler absieht, der
entsprechend von Leni Riefenstahl inszeniert wurde und die heute von
Rammstein zitiert wird."
"War aber die Unterwerfung unter die Repräsentationslogik der Medien
nicht letztlich kontraproduktiv? Hat nicht die Notwendigkeit, immer neu
mediales Aufsehen zu erregen, eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt,
die letztlich in gewaltsamen Aktionen enden musste?"
"Warum soll man gegen die Medien immer nur verlieren können? Wir
meinten, dass wir sie nutzen konnten! Wie ging das in unserem Fall? Wir
haben eigentlich nur diese ganzen unlebendigen Dinge gesehen und uns
dann lebendig verhalten. Daraufhin sind die Medienleute in einen
Austausch mit uns getreten, der sie zum Teil aus dieser Unlebendigkeit
heraus katapultierte oder diese zu lösen begann. Wir haben damals
gelernt, dass Du mit den Medien umgehen kannst und sie tun, was Du
willst. Und zwar dann, wenn Du wirklich für das Virtuelle arbeitest,
wenn Du also wirklich lebendig bist, also in der ersten Person. Dann
werden die Medien Dein Freund sein, denn es ist ihr Stoff. Warum habt
Ihr automatisch die Vorstellung, dass die manipulieren und du immer
schwächer sein wirst als sie, dass du nur verlieren kannst, wenn du in
sie reingerätst, dass sie immer siegen werden? Ich glaube das nicht. Das
ist meine Erfahrung von damals. Wir haben mit uns was gemacht – und dann
erst kamen die Medien auf uns zu. Ich hatte vorher schon ein paar
Erfahrungen als SDS-Funktionär, weil ich ja im Landesvorstand
war. Aber das war noch alte Politik, wo man was macht und dann
gibt man ordentliche Kommuniqués von sich. Jetzt machten wir aber eine
ganz neue Erfahrung! Wir kamen aus unserer monatelangen Klausur, machten
eine erste Aktion und die Presseleute haben gefragt: 'Wer seid Ihr? Wie
kommt Ihr auf so was?‘ Und dann siehst Du plötzlich an dem, wie sie
fragen, was sie im Kopf haben. Also, dieses Unterdrückungssystem, nach
dem sie funktionieren wie Automaten. Und wenn du dann was tust, was das
wohl deutlich überschreitet, dann kommt ihr System ins Schleudern. Dann
versucht es, irgendwelche Bilder zu bekommen, die aus seinem Bereich
sind, Bilder, die von dieser Verklemmung, von dieser Unterdrückung sehr
stark geprägt sind. Das nennt sich dann später Image, das gab's damals
noch nicht dafür, das Wort. Du bekommst dann ein Image verpaßt, d.h.
etwas, wie sie sich dich vorstellen. Und uns war das sehr schnell klar,
als wir das sahen. Eine Möglichkeit wäre dann gewesen, nicht mehr mit
diesen Leuten zu reden, also zu sagen: ‚Mit der Bildzeitung rede ich
nicht!‘ Das ist ja dann die Konsequenz der normalen Linken gewesen. ‚Mit
der Springer Presse rede ich nicht‘, bis heute, wie zum Beispiel
Wallraff, denn ‚das sind immer Schweine, nur geil‘. Oder aber man sagt,
und das konnten nur wir: ‚Das müssen die ja so machen. Denn die
funktionieren so in ihrem Unbewußten, also können sie gar nicht anders
reagieren. Aber sie werden damit trotzdem, ja deswegen, unsere Sache
transportieren.‘ Um es noch einmal pointiert zu sagen: je schlimmer,
desto besser! Wir waren ja die Schlimmsten, wir waren der Untergang des
Abendlandes, wir waren die Teufel: wegjagen, umbringen, vergasen wollte
man uns! Je schlimmer, desto besser, denn damit zeigte sich, dass sie es
verstanden hatten und dass sie darauf reagierten. Und das kann ich Euch
auch sagen: Jeder Jüngere in diesem Land hat genau gewußt, was wir
gemacht haben. Denn er sah, wenn die so reagieren, ist das richtig, denn
jeder fühlte die Unterdrückung am eigenen Leib. Und die Jüngeren haben
gerade über die Kommune verstanden, was diese ganzen komischen
Arbeiterbewegler à la Rudi Dutschke wohl letztlich auch wollten. Sie
haben uns gesehen und durch uns das verstanden und nicht durch die. Die
hatten eigentlich kaum Wirkungen damals über die Universität hinaus. Die
Älteren dagegen hatten damit sehr viel mehr Probleme und mußten erst mal
schreien und schimpfen: ‚Umbringen die Leute!‘ Mit anderen Worten, das
ist angekommen. Und die Medien transportierten das, weil man Empörung
verkaufen kann. Die größten Schreihälse waren die Leute von der
Springerpresse. Die haben das richtig rausgeschrieen. Wir haben uns
diebisch gefreut: je schlimmer desto besser. Also, Gewalt kam von den
Alten, die Angst hatten. Und meine Genossen ließen sich leider in diesen
Krieg ziehen – und verloren ihn, weil sie die Höhe der Virtualität: 'Wir
kamen von einem anderen Stern' nach Ex-RAFler Thorwald Proll, nicht
halten konnten. Damit landen sie in der Gewalt, die eskaliert. Sollten
wir unsere Versuche zu leben damals etwa lassen deswegen?"
"Ihr habt durch Euer Auftreten nicht nur politisch Furore gemacht,
sondern viele Bereiche in der Kultur beeinflusst. Wie funktionierten
diese Wechselwirkungen?"
"Wenn du so willst, haben wir das erste Gesamtkunstwerk überhaupt
gelebt, nämlich das menschliche Leben, wie es sein könnte, müsste, wie
es eigentlich ist, nämlich als ein geistiges, ein liebesfähiges. Davon
ist alles, was in den Vorstellungen der meisten Menschen in diesen
wohlgeordneten Kästchen liegt, Kunst, Kultur, Politik, Mode, Wirtschaft
usw. beeinflusst worden. Das haben wir gar nicht so beabsichtigt: Wir
hatten keine ausgeklügelte Strategie dahinter. Du gehst einfach nur mit
ein paar neuen Äuglein ausgestattet durch die Welt und verhältst Dich
meinetwegen wie ein Narr. Also, einfach nur so, wie du dich verhalten
könntest, einfach menschlich. Und das in einer solchen Welt sein zu
können, ist schwierig - aber wenn du es bist, dann durchdringt und
beeinflusst das alles, und die ganzen Kästchen, die ganzen Schubladen,
die die Menschen sich bauen, um ihr 'normales' Leben bewältigen zu
können - das alles ist plötzlich aufgehoben. Und dann kommen die
Spezialisten von der Kulturindustrie und machen was draus, d.h. sie
kommerzialisieren es – und multiplizieren es dadurch."
"Da sind wir an einem interessanten Punkt. Einerseits sprichst du
davon, dass ihr permanent Revolution machen wolltet, andererseits sind
da diese Verfestigungen zu beobachten, Ritualisierungen des Protests,
Herausbildung von Stilen, Kommerzialisierungen und schließlich auch eine
Milieubildung. Wie paßt das zusammen?"
"Na ja, ich hab' das so erfahren, dass ich damals ein sogenanntes Idol
war für ein bestimmtes Milieu. Als ich mich veränderte, also mich weiter
entwickelte, 'permanent revolutionierte', wurde ich zum 'Verräter' des
Milieus, das sich darin eingerichtet hat und das jeden so richtig, sogar
bösartig verfolgt, der es 'verrät', also sich weiter entwickelt.
Nebenbei, ein uraltes Ding. Nehmen wir mal Bob Dylan. Als der sich
verändern wollte, kriegte das Milieu große Probleme. Ich wurde dann eben
zum Verräter! Die haben mich alle total verlassen! Zuerst war ich
entsetzt darüber. Ich bin ja auch richtig körperlich bedroht worden mit
Auslöschung. Denn ich sollte für dieses Milieu weiter das gestrige Alte
spielen. Ich aber wollte frei sein, mich zu entwickeln – keine geistigen
Besitzstände. Und ich sage: Einige dieser linken Milieus verhalten sich
heute faschistoid. Faschistoid ist es, wenn man seine geistigen
Besitzstände nicht mehr diskutieren will, sondern Leute, die das wollen,
ausgrenzt und dann schlägt: 'Faschisten muß man schlagen, mit denen
redet man nicht!‘ Das ist mir passiert - und nicht nur einmal! Damals
schon fing das an: Die Gewalt gegen die Verhältnisse wandten wir auch
gegen uns selbst an. Und eine wichtige Erfahrung von damals ist für
mich, dass man zu dem wird, gegen das man ist, später dann. Dass man die
Gewalt, die man gegen Andere übt, auch gegen sich selbst wenden wird."
"Aber wenn man über die Folgen von ‚1968‘ spricht, also über die
Breitenwirkungen, dann könnte man die Bildung eines Milieus, das sich
über postmaterialistische Werte definiert und als soziale Formation bis
in die Gegenwart prägend auf die Gesellschaft wirkt, doch als einen
wichtigen Erfolg ansehen."
"Ja, selbstverständlich. Ich würde sagen, unsere Jungen machen das
alles, die haben alles prima übernommen, entwickeln das weiter.
Eigentlich haben wir gewonnen! Weiß nur keiner. Am wenigsten dieses alte
Milieu. Nein, gerade die verstehen das nicht. Die finden das heute
ziemlich trostlos, was die Jungen, ihre Enkel, machen. Dieses Milieu hat
sich nicht 'permanent revolutioniert'. Aber gerade Kommune war und ist
eben nicht Verfestigung, also
Milieu, eine Institution. Sie hat sich aufgelöst, als sie es zu
werden drohte. Und ich war leider noch der Letzte damals. Daher bleibt
sie als Beschleuniger, als Durchlauferhitzer in Erinnerung –
zukunftsoffen und ihrer Zeit voraus, wie man das nennt."
"Was denkst Du über das heutige Bild von ‚1968‘? Es ist ja so, dass
Zeitzeugen und Historiker gleichermaßen die Geschichte der Bewegung
schreiben. Dazu wird ‚1968‘ in Film und Fernsehen medial verarbeitet.
Wie stehst Du dazu?"
"Ich bin teilweise entsetzt darüber, wie diese Historisierung
stattfindet. Es gibt da ganz konkrete Beispiele. Damals sah das so aus:
Die Presse kam zu uns in die Kommune mit der Frage, ob bei uns Sex,
freie Sexualität Orgien ohne Ende bedeuten würde. Und dann haben wir
denen das erklärt. Aber aus ihren Nachfragen haben wir schon gemerkt,
dass das nicht ankam. Dann haben wir gesagt: Gut, dann schreibt das, was
ihr sehen wollt. Und dann kamen sie mit der Frage: ‚Wie ist das denn,
wenn eine neue Frau in die Kommune kommt?‘ Die Presseleute dachten ja:
‚Endlich kann man mit jeder Frau‘ – das war erst mal das Wichtigste für
sie. Und da hat unser Mitkommunarde Ulrich Enzensberger gesagt: ‚Ganz
einfach. Das ist wie bei 'nem Pferd. Einer nimmt sie erst mal ran,
reitet sie zu und dann können die anderen auch.‘ Und heute schreibt eine
Dagmar Herzog, deutschamerikanische Professorin, in ihrem neuen Buch
'Politisierung der Lust', dass wir doch einen ziemlich kaputten
Sexualbegriff gehabt hätten: 'Die haben Frauen zugeritten!' Oder der
Spruch der Medien: 'Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum
Establishment.' Da ist nichts mehr davon zu lesen, dass diese Ironie von
Enzensberger angewendet wurde, nichts mehr, wie Medien funktionieren
oder vor allem, wie diese Art von sogenannter Provokation von uns
funktionierte. Und das, obwohl man diese Provokationsstrategie mit
Material gut belegen könnte. Und da mache ich mir dann langsam Sorgen,
dass wir ‚1968‘ als Gegenstand der Geschichtswissenschaft vergessen
können, weil das scheinbar keiner mehr beschreiben kann, dem nicht
ähnliche Erfahrungen zugänglich sind. Die heute schreiben, haben sie
meist nicht - den 'Geist'. Es ist allerdings besonders schwierig, denn
dieser Geist ist nicht Vergangenheit, sondern Zukunft, eine Vision eines
Quantensprungs. Also habt Ihr's besonders schwer, oder?"
Joachim Scharloth bestätigt das in einer Mail:
'Mit Hilfe der
Perspektive der Akteure von 1968
versucht man, die Vergangenheit mit den gleichen Konzepten und
Kategorien zu fassen, wie sie es getan haben. Das halte ich im
wissenschaftlichen Kontext für problematisch, weil man dann keine
kritische Distanz zum Gegenstand entwickeln kann.
Damit wir uns aber nicht falsch
verstehen: die Rekonstruktion dieser Kategorien halte ich natürlich für
sehr wichtig, denn aus dem Denken und Fühlen, den Relevanzstrukturen der
Akteure läßt sich teilweise ihr Handeln erklären. Aber man darf halt
dabei nicht stehen bleiben, sondern muss - auch um die Vergangenheit für
unsere Zeit verstehbar und erklärbar zu machen und nicht nur Denkweisen
zu reproduzieren - gegenwärtige Kategorien anwenden.
Im Schreiben über 68 liegt aber
ein besonderes Problem: Nämlich wart ihr als Akteure dermaßen
wissenschaftlich reflektiert, dass ihr zu eurem Handeln meist gleich
eine wissenschaftliche Deutung mitgeliefert habt. Und man kann nicht
sagen, dass die Theorien allesamt wissenschaftlich passé wären, d.h. sie
sind heute durchaus noch aktuell.
Ähnlich sind auch meine
Erfahrungen aus Zeitzeugengesprächen: dass nämlich selten einfach zu
erfahren wäre, was gewesen ist, sondern dass man die Vergangenheit
häufig vor dem Hintergrund einer wissenschaftlichen Theorie dargestellt
bekommt. Das ist nicht schlimm, nur eben ein aus meiner Perspektive
fundamentales Problem für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit
1968.
Was die Verächtlichkeit in den
Rezensionen von 68er Büchern betrifft, so habe ich immer den Eindruck,
dass da Leute schreiben, die in den 60ern irgendwann einmal ziemlich
tief verletzt worden sind und jetzt mit Genugtuung ihre publizistische
Macht nutzen, um sich zu rächen. Das ist angesichts der teilweise harten
Konfrontation und der Art, wie wohl mitunter mit Menschen umgegangen
wurde, auch irgendwo nachvollziehbar. Aber auf uns junge Leute, die die
Zeit nicht unmittelbar erlebt haben, wirkt vieles ein wenig
unverständlich und irrational.'
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